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Assad bereit zu humanitärer Waffenruhe in Aleppo

Syriens Regierung zeigt sich bereit zu einer Waffenruhe in Aleppo. Doch davon ist in der nordsyrischen Metropole nichts zu spüren. Die Armee will die Rebellen in der Stadt von der Aussenwelt abschneiden.

Könnten von einer Feuerpause profitieren: Kinder im zerstörten Aleppo. (16. Februar 2015)
Könnten von einer Feuerpause profitieren: Kinder im zerstörten Aleppo. (16. Februar 2015)
Reuters

In heftigen Kämpfen eroberten syrische Rebellen nördlich der Stadt Aleppo zwei strategisch wichtige Orte von der Armee zurück. Die Soldaten des Regimes kontrollierten jedoch weiterhin die Hauptversorgungsroute Aleppos in Richtung Türkei, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die umkämpften Orte liegen an dieser Strecke, die für die Rebellen in der Stadt überlebenswichtig ist.

Die Armee hatte am Dienstag drei Orte nördlich von Aleppo erobert und die Versorgungsroute abgeschnitten. Die Rebellen kontrollieren den Osten der nordsyrischen Metropole. Sollten sie die Stadt verlieren, wäre das ein schwerer Rückschlag für den Aufstand gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad.

Die syrische Regierung hatte zuvor nach UNO-Angaben zugestimmt, für einen Zeitraum von sechs Wochen Angriffe aus der Luft auf Aleppo einzustellen. Der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura sagte vor Journalisten am UNO-Sitz in New York, Damaskus habe eingewilligt, «sämtliche Luft- und Artillerieangriffe in ganz Aleppo für die Dauer von sechs Wochen einzustellen». Das Datum für den Beginn der örtlichen Waffenruhe werde noch verkündet.

De Mistura hatte kürzlich Syrien besucht und sich dort auch mit Präsident Bashar al-Assad getroffen. Am Dienstag berichtete er dem UNO-Sicherheitsrat von seiner Mission in das Bürgerkriegsland. Er bat demnach die syrische Regierung darum, eine UNO-Mission nach Aleppo zu lassen, die einen bestimmten Bezirk für den Test der Feuerpause bestimmen solle. Die UNO hofft demnach darauf, dass sich die örtliche Waffenruhe anschliessend auf weitere Gebiete ausdehnen kann.

Auch die bewaffnete Opposition, die Teile von Aleppo kontrolliert, solle zu einer Einstellung der Kämpfe gedrängt werden, sagte de Mistura. «Unser Ziel ist es, so viele Zivilisten wie möglich zu verschonen, während wir nach einer politischen Lösung suchen.» Während der Feuerpause sollen auch humanitäre Güter verteilt werden.

Der syrische Bürgerkrieg hatte mit regierungskritischen Protesten im Frühjahr 2011 begonnen. Seitdem wurden Schätzungen zufolge bereits mehr als 210'000 Menschen getötet. Erst am Dienstag hatten syrische Regierungstruppen eine neue Offensive auf die von Rebellen kontrollierten Viertel in Aleppo gestartet.

Einige UNO-Experten sind jedoch skeptisch angesichts der örtlichen Waffenruhen. So erinnerte ein Diplomat an einen ähnlichen Versuch im syrischen Homs, wo Rebellen ihre Positionen aufgegeben hätten, diese aber anschliessend von Regierungstruppen eingenommen worden seien. Dies sei «keine humanitäre Waffenruhe sondern eine Kapitulation» gewesen.

(AFP)

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