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Arafats Grab geöffnet

Verdacht auf Vergiftung mit radioaktiver Substanz: Palästinensische Behörden haben im Beisein von Schweizer Experten sowie Ermittlern aus Frankreich und Russland begonnen, Yassir Arafat zu exhumieren.

Eine Wache der palästinensischen Präsidentengarde beim Grab von Yassir Arafat in Ramallah. (10. November 2010)
Eine Wache der palästinensischen Präsidentengarde beim Grab von Yassir Arafat in Ramallah. (10. November 2010)

Im Zuge der Ermittlungen zum Tod des früheren Palästinenserpräsidenten Yassir Arafat haben Ermittler mit der Öffnung von dessen Grabkammer begonnen. Zufahrtswege wurden heute Dienstag gesperrt und die Grabstätte mit einer blauen Plane bedeckt. Der gesamte Prozess soll demnach unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Palästinensische Mitarbeiter trügen derzeit Zement und Steine von der Ruhestätte in Ramallah im Westjordanland ab, damit eine Probe von der Haut des Leichnams genommen werden könne, hiess es aus dem Umfeld der Familie des im Jahr 2004 Verstorbenen. Die Arbeit an dem Grab werde mindestens 15 Tage dauern. An der Exhumierung sind demnach französische Untersuchungsrichter, Schweizer Experten und russische Ermittler beteiligt.

«Mysteriöses Ableben»

Der derzeitige Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas hatte sich am Sonntag für die Exhumierung seines Amtsvorgängers ausgesprochen, um sein «mysteriöses Ableben» aufzuklären. Arafats Witwe Suha hatte im Juli in Frankreich Anzeige gegen unbekannt wegen Ermordung ihres Manns erstattet. Ihr Mann war unter bis heute ungeklärten Umständen in einem Militärkrankenhaus bei Paris gestorben.

Anfang Juli hatten Schweizer Experten mitgeteilt, sie hätten an persönlichen Gegenständen Arafats eine erhebliche Konzentration des hochgiftigen Stoffs Polonium nachgewiesen. Die Palästinenser verdächtigen Israel seit Jahren, Arafat ermordet zu haben, was Israel zurückweist.

AFP/dapd/rub

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