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Angriffe auf Botschaften in Damaskus

Anhänger von Präsident Assad haben Katars Botschaft angegriffen und jene Saudi-Arabiens gestürmt. Zuvor hatte die Arabische Liga den vorübergehenden Ausschluss Syriens beschlossen.

Nach der Entscheidung der Arabischen Liga, die Mitgliedschaft des Landes auszusetzen, haben wütende Anhänger der Regierung von Präsident al-Assad die Botschaften von Saudiarabien und Katar in Damaskus angegriffen.

Zahlreiche Demonstranten drangen in das saudiarabische Botschaftsgebäude ein. Dort hätten sie Fenster eingeschlagen und Einrichtungsgegenstände mitgenommen oder hinausgeworfen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Zuvor war bereits ein Steinhagel auf das Gebäude niedergegangen. Auch vor der katarischen Botschaft kam es zu gewaltsamen Protesten. In mehreren weiteren syrischen Städten gingen Menschen gegen die Entscheidung der Arabischen Liga auf die Strassen.

Vorläufiger Ausschluss Syriens

Die Arabische Liga hatte zuvor angesichts des blutigen Vorgehens der syrischen Regierung gegen Demonstranten das Land bis auf Weiteres aus allen Treffen der Organisation ausgeschlossen. Zugleich wurden die arabischen Staaten aufgefordert, ihre Botschafter aus Damaskus abzuziehen, wie der katarische Aussenminister und Regierungschef Hamad bin Jasim in Kairo sagte.

Der Beschluss trete am Mittwoch in Kraft und soll solange gelten, bis das Regime in Damaskus das gewaltsame Vorgehen gegen Regimegegner beendet, erklärte bin Jasim weiter. Ansonsten werde die Arabische Liga wirtschaftliche und politische Sanktionen gegen Damaskus verhängen.

«Hoffen auf einen mutigen Schritt»

«Syrien liegt uns allen am Herzen, und es schmerzt uns, diese Entscheidung zu treffen», sagte bin Dschassim. «Wir hoffen, dass es einen mutigen Schritt von Syrien geben wird, die Gewalt zu beenden und einen echten Dialog für echte Reformen zu beginnen.»

Der Ausschluss gelte solange, bis die Führung in Damaskus den vor zehn Tagen vereinbarten Friedensplan auch umsetze und die Gewalt in dem Land beende. Die syrische Opposition sei «eingeladen», binnen drei Tagen in Kairo zusammenzukommen, um über den «Übergang» in dem Land zu beraten.

«Vom Westen diktiert»

Syrien hat den Ausschluss aus der Liga als «illegal» kritisiert. Eine Suspendierung widerspreche dem Vertrag des Staatenbundes, erklärte der syrische Botschafter bei der Arabischen Liga, Youssef Ahmad, laut syrischen Staatsmedien. Die Entscheidung «beendet das gemeinsame arabische Handeln und beweist, dass die Führung der Liga ein Programm verfolgt, das von den Amerikanern und dem Westen diktiert wird», fügte Ahmad demnach hinzu.

Das wies der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, zurück. Die Entscheidung sei keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Syriens. Er betonte, die syrische Regierung sei schon vor Monaten aufgerufen worden, die Gewalt zu beenden und nichts sei passiert.

Jemen blieb Syrien treu

18 Länder hätten sich hinter die Entscheidung der Arabischen Liga gestellt, hiess es. Der Libanon, Jemen und Syrien hätten dagegen gestimmt, der Irak habe sich bei der Abstimmung enthalten.

Dschasim äusserte sich nach Beratungen der Aussenminister der Arabischen Liga über die Lage in Syrien. Damaskus hatte am 2. November einem Friedensplan der Liga zugestimmt, der einen Rückzug der Armee aus den Städten, ein Ende der Gewalt, die Freilassung der politischen Gefangenen und die Zulassung unabhängiger Beobachter vorsieht.

Seitdem verstiess die syrische Regierung aber wiederholt gegen den Plan. Eine Suspendierung Syriens durch die Arabische Liga hatten bereits Menschenrechtsgruppen und Gegner der syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad gefordert.

Nach UNO-Angaben wurden seit Beginn der Proteste in Syrien Mitte März mehr als 3500 Menschen getötet. Auch nach dem 2. November starben Menschenrechtsorganisationen zufolge dutzende Menschen.

sda/AFP/dapd/ami

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