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«Angeberei» Russlands nervt den Iran

Das war offenbar nicht so gedacht: Dass Moskau vom Iran aus Luftangriffe startet, hätte geheim bleiben sollen. Nun lässt Teheran die Russen die Konsequenzen spüren.

Diese Bilder liess Russlands Verteidigungsministerium letzte Woche verbreiten: Eine Tu-22M3 über der Region von Aleppo.
Diese Bilder liess Russlands Verteidigungsministerium letzte Woche verbreiten: Eine Tu-22M3 über der Region von Aleppo.
Reuters

Russland wird nach Teheraner Angaben bis auf weiteres nicht mehr von iranischen Stützpunkten Luftangriffe auf Syrien fliegen. Das teilte das iranische Aussenministerium am Montag mit. Zuvor hatte der iranische Verteidigungsminister Hossein Dehghan kritisiert, dass Russland in der vergangenen Woche die Nutzung iranischer Militärstützpunkte für Angriffe auf den IS und andere Extremistengruppen öffentlich gemacht habe.

Das sei «eine Art Angeberei und unfein», wurde er am Montag auf der Webseite des iranischen Staatsfernsehens zitiert. «Die Russen wollen (damit)zeigen, dass sie eine Supermacht sind», fügte Dehghan hinzu. Aussenamtssprecher Bahram Ghassemi betonte, Iran habe der russischen Luftwaffe Stützpunkte auf Moskauer Bitte befristet zur Verfügung gestellt. Luftangriffe auf den IS und andere Extremisten seien «mit iranischer Erlaubnis» geflogen worden. Ghassemi betonte, dass Russland «keinen Stützpunkt im Iran hat».

Mit Kampfjets vom Typ Tu-22M3 gestartet

Moskau hatte vergangene Woche bekanntgegeben, dass russische Luftangriffe auf syrische Terrorgruppen drei Tage in Folge von iranischen Luftwaffenstützpunkten aus geflogen worden seien. Iran hatte das einen Tag nach der russischen Veröffentlichung bestätigt. Dehghans Äusserungen waren die erste öffentliche Kritik eines ranghohen Regierungsmitglieds am russischen Vorgehen. Seine Äusserungen deuteten darauf hin, dass Moskau und Teheran eigentlich Stillschweigen über die Nutzung der Stützpunkte vereinbart hatten.

Vergangene Woche hatte das russische Verteidigungsministerium erklärt, Bomber vom Typ Tu-22M3 und Su-34 flögen Angriffe gegen islamistische Rebellen in Syrien vom iranischen Stützpunkt Hamadan aus. Dies verkürze die Flugzeit, spare Treibstoff und ermögliche eine grössere Waffenzuladung.

Die Nutzung des Stützpunktes wurde von den USA aber auch vom iranischen Parlamentariern kritisiert. Letztere sehen darin eine Verletzung der iranischen Verfassung.

dpad/sda

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