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«Alle Probleme kommen von aussen»

An der trilateralen Afghanistan-Konferenz wird Einigkeit demonstriert, im Hintergrund brodelt es aber. Karzai redet Pakistan ins Gewissen. Und Ahmadinejad bemüht seine gewohnte Antiwest-Rhetorik.

Demonstrieren Einigkeit: Asif Ali Zardari (m.), Mahmud Ahmadinejad (r.), und Hamid Karzai in Islamabad. (17. Februar 2012)
Demonstrieren Einigkeit: Asif Ali Zardari (m.), Mahmud Ahmadinejad (r.), und Hamid Karzai in Islamabad. (17. Februar 2012)
Reuters
Pakistan und der Iran haben an einem Treffen in Islamabad beteuert, sie wollen Afghanistan auf dem Weg zum Frieden unterstützen.  (17. Februar 2012)
Pakistan und der Iran haben an einem Treffen in Islamabad beteuert, sie wollen Afghanistan auf dem Weg zum Frieden unterstützen. (17. Februar 2012)
Reuters
Diplomatie auf höchster Ebene: Afghanistans Präsident Hamid Karzai (l.) mit seinem pakistanischen Kollegen Asif Ali Zardari.  (17. Februar 2012)
Diplomatie auf höchster Ebene: Afghanistans Präsident Hamid Karzai (l.) mit seinem pakistanischen Kollegen Asif Ali Zardari. (17. Februar 2012)
Reuters
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Pakistan und der Iran haben an einem Treffen in Islamabad beteuert, sie wollten Afghanistan auf dem Weg zum Frieden unterstützen. Die Taliban dementieren unterdessen, dass sie überhaupt mit der afghanischen «Marionettenregierung» sprechen.

In einem vor dem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Pakistan und dem Iran, Asif Ali Zardari und Mahmoud Ahmadinejad, veröffentlichten Interview mit dem «Wall Street Journal» hatte der afghanische Präsident Hamid Karzai bestätigt, dass die USA und Afghanistan Geheimverhandlungen mit den Taliban begonnen haben.

Vorwurf der Sabotage

Karzai war gestern Abend mit dem pakistanischen Premierminister Yousuf Raza Gilani und Armeechef General Ashfaq Parvez Kayani zusammengekommen. Aus pakistanischen Regierungskreisen hiess es: «Karzai hat die zivile und militärische Führung Pakistans immer wieder darum gebeten, seine Regierung dabei zu unterstützen, Kontakte mit den Taliban herzustellen.»

Die afghanische Regierung wirft Pakistan immer wieder vor, Friedensgespräche mit den Taliban nicht zu unterstützen oder sogar zu sabotieren. Besonders scharf kritisiert wird dabei der Militärgeheimdienst ISI. Islamabad dementiert das regelmässig. Die Führung der afghanischen Taliban wird in Pakistan vermutet.

Schlüsselrolle Pakistans

Die Regierung in Kabul und auch westliche Staaten versuchen seit langem, die Taliban an den Verhandlungstisch zu bekommen. Bislang gibt es zwischen den Konfliktparteien nur Gespräche über mögliche Verhandlungen. Echte Friedensgespräche sind noch nicht absehbar.

Karzai hatte dem «Wall Street Journal» gesagt, Pakistans Kooperation würde Verhandlungen «für uns, für die Taliban und für die USA» einfacher machen. Auf eine entsprechende Frage sagte Karzai in dem Interview, er hoffe, dass der pakistanische Militärgeheimdienst ISI bereit dazu sei, Aufständische in Afghanistan nicht mehr zu unterstützen. Mehr als «Hoffnungen» habe er hinsichtlich der Kooperation Pakistans aber weiterhin nicht.

Die pakistanische Aussenministerin Hina Rabbani Khar sagte heute, es sei absurd, wenn Afghanistan erwarte, dass Islamabad den Taliban-Führer Mullah Omar für Friedensgespräche ausliefere. Wenn Kabul «unrealistische, nahezu lächerliche Erwartungen» habe, dann gebe es keine gemeinsame Basis für Verhandlungen. Islamabad wird eine Schlüsselrolle bei den Friedensverhandlungen mit den Taliban zugeschrieben, da viele ihrer Anführer, darunter auch Omar, in Pakistan vermutet werden.

«Alle Probleme kommen von aussen»

Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad machte nach dem Gipfel die ausländischen Truppen in Afghanistan für die verheerende Lage in der Gegend verantwortlich. «Die Probleme sind der Region aufgezwungen worden», sagte er. «Alle Probleme kommen von aussen. Die Probleme der Region müssen regional gelöst werden.»

Das Treffen in Islamabad war der dritte Gipfel des Irans, Pakistans und Afghanistans seit 2009. Die beiden vorangegangenen Treffen hatten in Teheran stattgefunden, das nächste ist Ende des Jahres in der afghanischen Hauptstadt Kabul geplant.

SDA/ami

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