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Ägyptische Fussball-Chefs treten zurück

Ägypten kommt nicht zur Ruhe: Bei Protesten gegen den Militärrat sind bisher mindestens zwölf Menschen getötet worden. Die gesamte Spitze des Fussballverbandes tritt zurück.

Gehen gegen Medienvertreter vor: Polizisten verhaften einen Pressefotografen. (5. Februar 2012)
Gehen gegen Medienvertreter vor: Polizisten verhaften einen Pressefotografen. (5. Februar 2012)
AFP
Mit Hausmittelchen gegen das Tränengas: Ein Demonstrant bekommt seine Augen mit Milch ausgespült. (5. Februar 2012)
Mit Hausmittelchen gegen das Tränengas: Ein Demonstrant bekommt seine Augen mit Milch ausgespült. (5. Februar 2012)
Reuters
Trauer und Wut: Tausende ziehen am Nachmittag in Kairos Innenstadt um vor dem Innenministerium zu demonstrieren. (2. Februar 2012)
Trauer und Wut: Tausende ziehen am Nachmittag in Kairos Innenstadt um vor dem Innenministerium zu demonstrieren. (2. Februar 2012)
AFP
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Nach den Stadionausschreitungen in Port Said ist heute die gesamte Spitze des ägyptischen Fussballverbands (EFA) zurückgetreten. Ministerpräsident Kamal el-Gansuri hatte den Vorstand bereits am Donnerstag entlassen.

Der Weltfussballverband (Fifa) lehnt jedoch jegliche Einmischung von Regierungsseite in seine Belange ab. EFA-Präsident Samir Saher wurde Berichten zufolge untersagt, das Land zu verlassen, damit er im Zuge der Ermittlungen vernommen werden kann.

In der Erklärung der EFA heute hiess es, Saher und der Vorstand würden «geschlossen zurücktreten». Die Fifa dürfte das Rücktrittsgesuch annehmen.

Mindestens zwölf Tote

Bei den jüngsten Protesten gegen den regierenden Militärrat in mehreren Städten in Ägypten sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Dies berichtete das Staatsfernsehen heute unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

Tausende Menschen hatten am Freitag den Rücktritt des Militärrats gefordert, der überwiegend aus langjährigen Gefolgsleuten des vor einem Jahr gestürzten Machthabers Hosni Mubaraks besteht.

Auslöser war das Blutbad in einem ägyptischen Fussballstadion am Mittwoch, bei dem mindestens 71 Menschen getötet wurden. Viele Menschen werfen den Sicherheitskräften vor, dort absichtlich untätig gewesen zu sein.

Auf dem Kairoer Tahrir-Platz versammelten sich auch heute wieder Hunderte Demonstranten. Viele forderten eine Reform der Polizeikräfte, andere aber auch gleich die Hinrichtung der Mitglieder des Militärrats. In der Nähe des Innenministeriums gab es erneut Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Aufruf zur Einigkeit

Bei den Protesten am Freitag wurden alleine fünf Menschen in der Stadt Suez erschossen, wie ein Polizeisprecher erklärte. Dort hatten Sicherheitskräfte auf tausende Demonstranten geschossen, die sich vor dem Polizeihauptquartier versammelt hatten.

Insgesamt sieben Tote gab es am Freitag auch bei den Protesten in Kairo vor dem Innenministerium, wie am Samstag bekannt wurde.

Der regierende Militärrat veröffentlichte am späten Freitagabend eine Stellungnahme, in der er die Ägypter zur Einigkeit aufrief und die gegenwärtige Situation als «gefährlichste und wichtigste Phase in der ägyptischen Geschichte» bezeichnete.

AFP/sda/dapd/kpn/ami/bru/kle

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