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Ägypten: Moderator wegen Mordaufrufs vor Gericht

In Kairo hat ein Strafprozess gegen den umstrittenen TV-Eigentümer und -Moderator Taufik Okascha begonnen. Er soll in seinen Sendungen zum Mord an Präsident Mursi aufgerufen haben.

Schauprozess oder berechtigte Anklage? Taufik Okascha auf dem Weg zum Gericht. (1. September 2012)
Schauprozess oder berechtigte Anklage? Taufik Okascha auf dem Weg zum Gericht. (1. September 2012)
AFP

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo hat heute der Prozess gegen den Moderator und TV-Eigentümer Taufik Okascha begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in seinem Sender Al-Faraien zum Mord am ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi aufgerufen zu haben. Okascha wies die Anschuldigungen zurück, wie ägyptische Medien berichteten. Das Gericht vertagte die Verhandlung auf den 3. Oktober.

Okascha gilt als wortgewandter Anhänger des im vergangenen Jahr durch einen Volksaufstand gestürzten Machthabers Hosni Mubarak. In seinen Sendungen gab er Kommentare ab, die auch als Morddrohungen gegen Mursi gedeutet werden können. Der Islamist war im Mai in den ersten freien Präsidentschaftswahlen in der Geschichte des Landes zum Staatsoberhaupt gewählt worden.

Einschränkung der Pressfreiheit?

Während Okascha als Medienerscheinung in Ägypten umstritten ist, beklagen Menschenrechtsorganisationen die Tendenz der nunmehr regierenden Islamisten, die Medien an die kurze Leine zu nehmen. So läuft derzeit auch ein Verfahren gegen den Herausgeber der Zeitung «Al-Dostour», der die Muslimbruderschaft, aus der Mursi kommt, nur wegen ihrer Politik der Machtausweitung kritisiert hatte.

Im Vormonat hatte die von den Islamisten dominierte zweite Parlamentskammer, der sogenannte Schura-Rat, neue Chefredaktoren für die Medien im Staatsbesitz ernannt, darunter auch mehrere führende Tageszeitungen. Dabei kamen fast ausschliesslich loyale Parteigänger oder Sympathisanten der Muslimbruderschaft zum Zug.

SDA/ses

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