Washington droht Assad mit Konsequenzen

Sollte Syrien bei einem Angriff auf die Rebellenhochburg Idlib Chemiewaffen einsetzen, würden die USA und ihre Verbündeten «in angemessener Weise» reagieren.

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Angesichts der zugespitzten Lage in der Rebellenhochburg Idlib in Syrien hat das Weisse Haus den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad vor einem Chemiewaffeneinsatz gewarnt und in einem solchen Fall mit Konsequenzen gedroht.

Falls Assad erneut Chemiewaffen einsetzen sollte, würden die USA und ihre Verbündeten darauf schnell und «in angemessener Weise» reagieren, erklärte eine Sprecherin von US-Präsident Donald Trump am Dienstag in Washington.

Bereits zuvor hatte Trump vor einem Angriff auf Idlib mit Hilfe Russlands und des Iran gewarnt. «Präsident Bashar al-Assad von Syrien darf die Provinz Idlib nicht unbesonnen angreifen.»

Dies schrieb Trump am Montag auf Twitter. «Die Russen und Iraner würden einen schweren humanitären Fehler machen, sich an dieser potenziellen menschlichen Tragödie zu beteiligen.» Derzeit wird mit einer baldigen Offensive in der letzten syrischen Rebellenbastion gerechnet.

«Hunderttausende Menschen könnten getötet werden. Lasst das nicht geschehen!», schrieb Trump mit Blick auf die drohende Offensive in Idlib. Die Provinz im Nordwesten des Landes wird überwiegend von islamistischen Rebellen kontrolliert.

Entscheidende Schlacht

Assad hat in den vergangenen Wochen eine grosse Zahl von Truppen um Idlib zusammengezogen. Russland und der Iran betonen, dass Extremistengruppen in Idlib besiegt werden müssten. Es wird erwartet, dass beide Länder die syrischen Regierungstruppen bei einer Offensive unterstützen.

Trumps Warnung kam nach einem unangekündigten Besuch des iranischen Aussenministers Mohammed Jawad Sarif in Damaskus. Bei dem Treffen am Montag mit Assad ging es um «Tagesordnungspunkte des Dreiertreffens» am Freitag in Teheran, wie Assads Büro im Messengerdienst Telegram mit Blick auf den bevorstehenden Gipfel der Staatschefs der Türkei, Russlands und des Iran mitteilte.

Dabei soll es um die Zukunft des Bürgerkriegslandes Syrien gehen. Der iranische Aussenamtssprecher Bahram Ghassemi hatte vor dem Treffen Sarifs und Assads am Montag gesagt, der Iran werde die syrische Regierung «weiterhin in ihren Bemühungen zur Ausrottung der Terroristen» unterstützen und sie bei ihrer kommenden Kampagne in Idlib «beraten und unterstützen».

Bevorstehende Massenflucht

In der Region Idlib leben fast drei Millionen Menschen, davon 1,4 Millionen Vertriebene aus anderen Landesteilen. Da die Aufständischen dort keine Ausweichmöglichkeit innerhalb Syriens haben, drohen erbitterte Kämpfe - oder eine Massenflucht in die Türkei. Zuvor hatten bereits die Vereinten Nationen, Papst Franziskus und Hilfsorganisationen vor einer im Syrienkrieg beispiellosen humanitären Katastrophe im Falle einer Idlib-Offensive gewarnt.

Auch Grossbritannien und Frankreich zeigten sich zuletzt besorgt über die sich abzeichnende Offensive. Die USA, Frankreich und Grossbritannien warnten im August zudem eindringlich vor dem Einsatz von Chemiewaffen in Idlib. Die drei Staaten erklärten, sie seien «entschlossen zu handeln, sollte das Assad-Regime erneut Chemiewaffen einsetzen». (chk/sep/sda)

Erstellt: 04.09.2018, 21:40 Uhr

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