Vergewaltigungen und Kinderehen grassieren

Die UNO beklagt die rapide Zunahme von Gewalt gegen Frauen im Jemen. Seit dem Beginn des Konflikts vor zwei Jahren ist die Zahl der registrierten Vorfälle um 63 Prozent gestiegen.

19 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe: Ein jemenitisches Mädchen sitzt zwischen einer Gruppe von Frauen in Sanaa. (25. Juni 2016)

19 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe: Ein jemenitisches Mädchen sitzt zwischen einer Gruppe von Frauen in Sanaa. (25. Juni 2016)

(Bild: Keystone EPA/YAHYA ARHAB)

Frauen und Mädchen im Jemen werden durch den gewaltsamen Konflikt in ihrem Land zunehmend Opfer von häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen. 2016 seien mehr als 10'000 Attacken gemeldet worden, teilte der UNO-Bevölkerungsfonds (UNFPA) am Montag mit.

Dies entspreche einer Zunahme von 63 Prozent binnen zwei Jahren. Die ohnehin schwierige Lage der Frauen in der jemenitischen Gesellschaft habe sich durch den Konflikt weiter verschlechtert. Es gebe mehr Vergewaltigungen, häusliche Gewalt, Kinderehen sowie körperliche und psychische Misshandlungen als noch vor Beginn der Kämpfe.

Unterernährte schwangere Frauen

Im Jemen kämpfen seit September 2014 Truppen des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi gegen schiitische Huthi-Rebellen und andere Milizen, die dem vorherigen Staatschef Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit zwei Jahren fliegt ein von Saudiarabien angeführtes Militärbündnis Luftangriffe gegen die Rebellen und unterstützt damit die Hadi-Truppen.

In dem Konflikt wurden nach UNO-Angaben bereits fast 7700 Menschen getötet und mehr als 42'000 weitere verletzt. Fast 19 Millionen Menschen benötigen laut UNFPA humanitäre Hilfe. Wegen der schlechten Versorgungslage seien 1,1 Millionen schwangere Frauen unterernährt.

foa/sda

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