Terror-Verdacht: Migrant aus Biel in Kenia verhaftet

Ein 19-jähriger Migrant aus Biel wird von den kenianischen Behörden verdächtigt, sich somalischen Islamisten angeschlossen zu haben.

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Eine Anti-Terror-Einheit der kenianischen Polizei hat vor rund einer Woche den einstigen Bieler Gymnasiasten N. in Nairobi verhaftet. Offiziell werden ihm Visa-Verstösse angelastet. Kenias Polizei verdächtigt ihn aber zudem, die Grenze nach Somalia überschritten und sich der islamistischen Miliz al-Shabaab angeschlossen zu haben. In Somalia soll er auch mit dem flüchtigen deutschen Terrorverdächtigen Ahmed Khaled Müller in Kontakt getreten sein. Der Ex-Schüler aus Biel sei nach Kenia zurückgekehrt, um weitere Ausländer für die Shabaab-Miliz zu rekrutieren.

Die Eltern des jungen Mannes haben gegenüber dem «Blick» bestätigt, dass ihr Sohn in Kenia in Haft ist. Zu den Gründen für die Verhaftung konnten sie keine Angaben machen. Laut Zeitungsartikel soll der 19-Jährige Familie und Schule in Biel vor Monaten verlassen haben.

Keine Schweizer Bürger

Bei seiner einstigen Schule, dem französischen Gymnasium in Biel, war gestern niemand erreichbar. In den Schülerverzeichnissen ist Majd N. nicht aufgeführt. Gemäss EDA-Sprecher Pierre-Alain Eltschinger haben die kenianischen Behörden die Schweiz bisher nicht offiziell kontaktiert. Dies hängt möglicherweise damit zusammen, dass N. in Kenia zunächst als Schwede bezeichnet worden ist. «Bei der verhafteten Person handelt es sich nicht um einen Schweizer Bürger», sagt Eltschinger. Nach Angaben des Bundesamtes für Migration (BFM) handle es sich um eine Person mit Niederlassungsbewilligung C. Dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB) sind gemäss Lagebericht 2012 «mehrere Personen mit früherem Wohnsitz in der Schweiz bekannt, die sich zum Zwecke der Teilnahme an Kampfhandlungen in Somalia aufhalten» (siehe Samstagsinterview). Ob der in Kenia Verhaftete Beziehungen zum in Biel verankerten Islamischen Zentralrat (IZRS) hat, bleibt unklar. IZRS-Sprecher Kasim Illi war gestern nicht erreichbar. (Der Bund)

Erstellt: 24.05.2012, 06:41 Uhr

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