Reise durch ein aufgeputschtes Land

Im Jemen dröhnen sich die Menschen aus Hunger mit Khat zu, im Land herrscht noch immer Krieg. Wie steht es um die Hoffnung auf Versöhnung? Die Reportage.

Drängt Sorgen und Hunger in den Hintergrund: Ein Mann kaut Khat.

Drängt Sorgen und Hunger in den Hintergrund: Ein Mann kaut Khat.

(Bild: Keystone Yahya Arhab)

Paul-Anton Krüger@pkr77

Da, wo die Berge höher und schroffer werden, weichen die Maisfelder und Obstgärten den Plantagen. Schmale Streifen in den Tälern, in Terrassen angelegt, überzogen von Netzen und Planen, die den Sträuchern Schutz bieten vor dem eisigen Wind der Nacht. Die Triebe der Khat-Pflanze sind wertvoll. Jemeniten, ob arm oder reich, Sunniten oder Schiiten, Huthi oder Separatisten, alle kauen sie die berauschenden Blätter. Von Mittag an werden die Backen der Männer immer dicker vom Khat. Die Pflanze schmeckt bitter, vertreibt Hunger und Müdigkeit, sie putscht auf wie ein mildes Amphetamin, macht sie gesprächig, euphorisch. Khat, die Alltagsdroge, ist Lebenselixier und Fluch eines Landes, in dem die Menschen ausser dem Hunger und dem Khat kaum noch etwas eint.

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