Kopf-an-Kopf-Rennen bei Wahlen in Marokko

Die heutigen Parlamentswahlen in Marokko werden zum Test für den Reformkurs von König Mohammed. Im Gegensatz zu früheren Abstimmungen könnte das Ergebnis diesmal knapp ausfallen.

Behält das letzte Wort: Der marokkanische König Mohammed. (Archivbild)

Behält das letzte Wort: Der marokkanische König Mohammed. (Archivbild)

(Bild: AFP)

Mehr als 13 Millionen Marokkaner sind bei den vorgezogenen Neuwahlen aufgerufen, über die insgesamt 395 Sitze im Parlament abzustimmen. Die Abstimmung wird als Test für den Reformkurs von König Mohammed gesehen, mit dem dieser auf den Arabischen Frühling in Nordafrika und dem Nahen Osten reagierte.

Im Gegensatz zu früheren Wahlen, bei denen das Ergebnis schon im Voraus feststand, wird diesmal ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der moderaten islamistischen Oppositionspartei PJD und der Koalition von liberal eingestellten Politikern mit engen Verbindungen zum Königspalast erwartet. Als wahrscheinlich gilt, dass der Sieger eine Allianz mit anderen Parteien bilden muss.

Mehr Befugnisse für das Parlament

Das Parlament bekommt mit der Wahl mehr Befugnisse. Trotzdem behält der König das letzte Wort in Fragen der Verteidigung, Justiz und Religion. Mohammed wird nach der Abstimmung den künftigen Ministerpräsidenten aus der Partei des Wahlsiegers bestimmen. Es steht bereits fest, dass Regierungschef Abbas al-Fassi ersetzt wird.

Marokko steht vor grossen Herausforderungen. Das Land muss sein Budgetdefizit senken und den Jugendlichen eine Zukunft geben: Die Arbeitslosenquote bei jungen Menschen liegt bei 30 Prozent. Zudem leben etwa 8,5 Millionen der 32 Millionen Marokkaner unterhalb der Armutsgrenze.

wid/sda

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