«Es war, als hätte Eminem mir ein Werkzeug gegeben»

Eine afghanische Jugendliche, die sich rappend der Zwangsheirat widersetzt – Sonitas Geschichte wurde durch einen Dokumentarfilm berühmt. Und heute?

«9000 Dollar sollte ich kosten, so viel wie ein gebrauchter Lastwagen»: Sonita in ihrem Videoclip. Foto: PD

«9000 Dollar sollte ich kosten, so viel wie ein gebrauchter Lastwagen»: Sonita in ihrem Videoclip. Foto: PD

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Als Sonita Alizadeh zum ersten Mal einem Mann versprochen wurde, einem älteren Herrn aus der Umgebung von Herat, der drittgrössten Stadt Afghanistans, war sie glücklich. Sonita kannte den Mann nicht, sie wusste nicht, was eine Zwangsehe bedeutet und was alles auf sie zukommen würde: der Auszug von zu Hause, die Nächte im gemeinsamen Bett – wie sollte sie auch? Sie war 10 Jahre alt.

«Ich war froh, endlich mal im Mittelpunkt zu stehen und von meiner Mutter bemerkt zu werden. Ich erhielt neue Kleider», erinnert sich Sonita heute, neun Jahre später. Sie trägt Turnschuhe mit dicken weissen Sohlen, enge Jeans, ein Kopftuch, das man lockerer nicht binden könnte. «Doch irgendwas ist schiefgelaufen», sagt Sonita, der Mann, der sie kaufen wollte, sei verschwunden, die Ehe geplatzt.

Kurz darauf zog Sonita mit ihrer Mutter und den Geschwistern, ihr Vater war früh verstorben, aus Herat fort, weg von den Taliban, die «die Menschen aus den Häusern zerrten, um sie zu erschiessen». Sie flohen im Auto in den Iran. In einem Vorort Teherans mieteten sie sich eine kleine Wohnung, eine Flüchtlingsfamilie, wie es Tausende gab.

Unter dem Einfluss von Eminem

Als Sonita zum zweiten Mal in ihrem Leben einem Mann versprochen wurde, war sie 16. «9000 Dollar sollte ich kosten, so viel wie ein gebrauchter Lastwagen. Meine Mutter hat das Geld benötigt, um für meinen Bruder eine Frau zu finden», sagt sie in ihrem etwas müden Ton. Es ist der afghanische Kreislauf der Dinge.

Sonita war kein Kind mehr wie damals in Herat. Sie schrubbte jetzt in einem Fitnessstudio in Teheran die Böden, weil sie als afghanische Immigrantin im Iran nicht zur Schule durfte und niemand in der Familie Geld hatte für die Miete. Was eine Zwangsheirat war, das wusste sie mittlerweile. Sie hatte die blaugrünen Flecken am Körper ihrer Schwester gesehen, die von deren Ehemann stammten; sie hatte erlebt, wie ihre Freundinnen von einem Tag auf den anderen verschwanden und sich in verschleierte Mütter mit kugelrunden Bäuchen verwandelten, nachdem sie an ihre Männer verkauft worden waren.

14-jährige Mädchen sind leichter zu kaufen als eine Dose Thunfisch.

«Ich wollte nicht jemandem gehören», sagt Sonita; sie ist kaum grösser als ein Meter sechzig und hat grosse, dunkle Augen. «Ich wollte mich wehren, aber ich wusste nicht wie.» Geholfen hat ihr ausgerechnet ein weisser Rapper aus Detroit, mehr als 10 000 Kilometer von ihr entfernt, der nicht gerade bekannt dafür ist, etwas von Ehe zu verstehen, und im Lied «Kim» davon singt, seine Frau zu töten:

Verstehst du es nicht, Bitch, Keiner hört dich. Halt jetzt deine Fresse und nimm, was du verdienst. Blute, Bitch, Blute, Bitch. Blute jetzt!

Sonita verstand zwar die englischen Wörter nicht, die aus den Lautsprechern im Fitnessstudio dröhnten, während sie die Spiegel polierte, in denen fremde Männer ihre Bizeps bestaunten, doch die Wucht, mit der US-Rapstar Eminem sang, löste etwas aus in ihr.

«Es war, als ob mir Eminem ein Werkzeug gegeben hätte, um endlich für mich einzustehen.» Eminem verhalf Sonita zu ihrer Stimme, mit der sie sich erst gegen ihre Mutter, dann gegen ihre Brüder und schliesslich gegen eine jahrhundertealte Tradition stemmte.

Sie klapperte alle Musikgeschäfte ab, machte sich auf die Suche nach anderen Sängern, stiess auf Yas, den Rapper aus dem Iran, und fing bald an, eigene Texte zu schreiben. «Ich brannte darauf, meine Geschichte zu erzählen. Alles musste raus, von ganz tief innen.» Ihr erstes Lied handelte von Kinderarbeit, wie es sich anfühle, zu putzen, statt in der Schule lesen und schreiben zu lernen. «Der Song war nicht gut», sagt Sonita und kontrolliert währenddessen ihr Mobiltelefon, Whatsapp, Twitter, Facebook, Instagram, Snapchat, sie fegt mit ihren Fingern so beiläufig über das Display, wie es nur junge Frauen ihres Alters tun. «Aber ich lernte dadurch Rokhsareh kennen. Und so veränderte sich mein Leben.»

Rokhsareh Ghaemmaghami, eine Filmemacherin aus Teheran, erfuhr durch Zufall vom Leben und Schicksal dieses Mädchens aus Afghanistan, das sich nicht einschüchtern liess und Rapperin werden wollte. Sie begleitete Sonita mit der Kamera, woraus später ein Film wurde. (Dieser lief diesen Frühling auch in den Zürcher Kinos, der TA berichtete.) Die iranische Filmemacherin half ihr beim Dreh des Musikvideos für ihr zweites Lied, das sich im Internet schnell verbreitete: Darin ist Sonita in einem weissen Hochzeitskleid zu sehen, auf ihrer Stirn prangt ein Warenstrichcode. Auch wenn man Sonitas Worte nicht versteht, spürt man deren Wucht, wie Sonita sie bei Eminem spürte, und diese Dringlichkeit: «Ich singe darüber, wie es ist, wenn man nichts anderes als eine Ware ist und nicht weiss, was man dagegen tun kann. Es ist meine Geschichte und die Geschichte Hunderttausender Mädchen.»

Meine Stimme darf nicht gehört werden, das sei gegen die Scharia. Frauen müssen schweigen, das ist hier Tradition. Sie sagen, es ist Zeit für mich zu verkaufen. Aber ich bin doch ein Mensch? Habt ihr je ein Schaf gesehen mit Emotionen?

«Als ich Sonitas Geschichte zum ersten Mal hörte», sagt Joseph Loftin, der Direktor der Wasatch Academy in Mt Pleasant, Utah, «ein Mädchen, das illegal im Iran rappt und Hilfe braucht, da dachte ich: Die nehmen wir sofort!» Er rief ein paar Geldgeber an, fragte um Unterstützung, und zwei Monate später war Sonita in den USA.

«Seit ihrer Gründung 1875 nahm die Schule einen Sonderstatus in diesem sonst so konservativen Mormonenstaat ein», so Loftin. «Wir waren immer ein Ort der Aufklärung und des freien und kritischen Denkens.» Ihm gehe es darum, den Individualismus zu fördern, Mauern einzubrechen, «wir sind der Anti-Trump», fügt er lachend hinzu. Denn das sei für ihn die höhere Idee Amerikas: der Multikulturalismus, die Redefreiheit, die Chancengleichheit.

Als sie im Januar 2015 in Utahs Hauptstadt Salt Lake City landete, schneebedeckte Strassen, eiskalter Wind, sprach sie kaum Englisch, eigentlich nur diesen einen Satz: «Ich bin eine Rapperin.» Sie war erst enttäuscht, weil es in Utah nur wenige Hochhäuser gibt, aber jetzt mag sie es, die Kargheit, die Stille, die unberührte Natur, «es erinnert mich an meine Heimat», sagt sie und strahlt diese Sicherheit aus, die irritiert. Keine Spur vom Selbstzweifel junger Erwachsener. Keine Identitätssuche, wie sie Teenagern eigen ist, die mit sich hadern und ihr Unglück mit der ganzen Welt teilen.

«Es ging alles sehr schnell», sagt Sonita. Vor zwei Jahren sei sie noch ein Strassenmädchen in Teheran gewesen, «und jetzt bin ich im Paradies», sagt sie – und schaut um sich: ein paar Schüler auf ihrem Weg in die Kantine, ein Sportlehrer mit einem Netz voller Bälle auf dem Rücken, im Hintergrund die schlammbraunen Berge von Utah. Und wenn die Schulglocken verstummen und alle Schüler der ­Wasatch Academy in den Klassenzimmern sitzen, dann ist es hier so still wie in der Salzwüste, die Sonita auf ihrer Flucht von Afghanistan nach Teheran durchqueren musste.

Christina Perea (18) ist Sonitas beste Freundin auf dem Campus. Sie ist gross und blond und körperlich so ziemlich das Gegenteil von Sonita. Sie hätten sich mithilfe eines Übersetzungsprogramms unterhalten, sagt die Amerikanerin. «Innerhalb weniger Monate aber konnte sie sprechen», und lerne heute Algebra, Kunstgeschichte und Informatik. Am Wochenende würden sie gemeinsam ins Kino gehen, Pizza essen und stundenlang Musik hören, Sia, Adele, Beyoncé, so Perea, «oder zum Shoppen in den Supermarkt», fügt Sonita hinzu und kichert zum ersten Mal an diesem Tag. Sie hakt sich bei ihrer Freundin ein und zeigt ihr «was total Aufregendes» auf ihrem Telefon, als würde sie sich kurz erlauben, jung zu sein und unbeschwert. «Wir werden immer Freunde bleiben», sagt Christina, «auch wenn Sonita in zwanzig Jahren Präsidentin Afghanistans wird.»

Von der Religion legitimiert

Sonita wird nach der Highschool in Utah weder auf Reisen gehen, wie einige ihrer Klassenkameraden, noch in Biosaftläden kellnern. Sie will schreiben und rappen und Jura studieren und so schnell wie möglich als Menschenrechtsaktivistin nach Afghanistan zurückkehren, um jungen Frauen zu helfen. Erst neulich hatte sie im Internet entdeckt, dass Zwangsehen nicht nur in ihrer Heimat Afghanistan vollzogen werden, sondern auf der ganzen Welt, in Indien, China, Jordanien, Marokko, Niger, Peru, selbst in Albanien. Sie sass vor dem Bildschirm, erzählt sie, und konnte es nicht fassen. «Millionen von Mädchen da draussen werden täglich entführt, denn eine Zwangsehe ist nichts anderes als eine Entführung. Man raubt den Mädchen nicht nur ihre Unschuld, sondern auch ihre Kindheit und Jugend. Wieso tut niemand was dagegen?»

Ja, wieso eigentlich nicht? «Zwangsehen sind in islamischen und hinduistischen Gegenden nur schwer beizukommen», sagte Sameera al-Tuwaijri neulich an einer Konferenz; sie ist zuständig für die arabischen Staaten bei UN Women. «Sie gehören in vielen Gemeinschaften zur Tradition und werden von der Religion gedeckt und legitimiert.» Zentral sei dabei die Jungfräulichkeit, weshalb das Alter der Mädchen bei Eheschliessung so niedrig sei.

Jedes Jahr werden weltweit 15 Millionen junger Mädchen verheiratet, «ein selbstbestimmtes Leben bleibt den meisten dieser Kinderbräute für immer verwehrt», sagt Tuwaijri. Zwangsehen würden nicht nur gegen die internationalen Menschenrechte verstossen, sie hätten auch eine ganze Reihe schwerwiegender Folgen: Schulabbruch, Bildungsmangel, Armut, Diskriminierung, Gewalt und Abhängigkeit. Und sie führen zu sexueller Ausbeutung, weshalb Zwangsehen gemäss afghanischen Hilfswerken «nichts anderes bedeuten als Menschenhandel».

Weltweit sinkt zwar die Rate an Zwangsehen, gemäss Zahlen der Unicef aber steigt sie überall dort, wo Krisen schwelen und Kriege wüten, da viele Eltern eine Ehe mit Sicherheit verwechseln – das ist bei uns im Westen ganz ähnlich. Sie wollen ihre Kinder unter der Haube sehen und bieten sie an. In Syrien beispielsweise wird jedes dritte Mädchen zwangsverheiratet, vor Ausbruch des Bürgerkriegs waren es 13 Prozent. Viele Eltern benötigen das Brautgeld für ihre Flucht, was sich jordanische Männer offenbar zunutze machen, um nach jungen Bräuten Ausschau zu halten. Die «New York Times» schrieb neulich über Geschäftsmänner aus Amman, die ins Grenzgebiet fahren, wo «14-jährige Mädchen leichter zu kaufen sind als eine Dose Thunfisch».

In den letzten Jahren wurden zwar in immer mehr Ländern strengere Gesetze gegen Zwangsheirat eingeführt, doch deren Wirkung sei gering, steht in einem Bericht der Vereinten Nationen. Gross angelegte Projekte wie eines in Äthiopien, wo man Tausenden von Frauen in ländlichen Gebieten zu Bildung verhalf und medizinische Beratung anbot, zeigen hingegen Erfolge. Mit dem Bildungsgrad steigt auch das Alter der Frauen bei der Eheschliessung und Kinderschwangerschaften werden seltener, doch der Aufwand sei enorm, die Kosten hoch.

«Ich werde es schaffen», sagt Sonita. «Schritt für Schritt muss sich die afghanische Gesellschaft verändern», fügt sie hinzu. Sie steht vor einem Regal ihres Zimmers im Wohnheim der Schule: ein Bett, ein Klapptisch, ein Kleiderschrank, alles aus hellem Holz. Sonita führt Traumbücher, so nennt sie ihre Notizhefte, in die sie ihre Ziele, Gedanken und Lieder schreibt. Sie schneidet Barack Obama und die Moderatorin Ellen DeGeneres aus der Zeitung aus und klebt ihre Fotos hinzu, daneben Autos, Schuhe, alles was sie je einmal besitzen und erreichen will. Sie träumt davon, Kliniken in Afghanistan zu eröffnen, «wo nicht nur Mädchen, sondern ganze Familien beraten und aufgeklärt werden». Mit der Hilfe der Musik und der Filmemacherin Rokhsareh Ghaemmaghami sei es ihr gelungen, sich zu wehren. «Ich werde weiteren Mädchen helfen, und diese werden wiederum anderen als Vorbilder dienen.»

Ein Fall, der Afghanistan aufwühlte

Seit sie Erfolg habe und an internationale Konferenzen eingeladen werde und aufzeige, «dass es auch anders geht», wird Sonita wieder von ihren vier Brüdern akzeptiert. Ihre Mutter, die sie vor wenigen Monaten noch verkaufen wollte, sei heute ihr grösster Fan. «Sie wurde als Jugendliche auch zwangsverheiratet», sagt Sonita. «Ich bin ihr nicht böse, dass sie mich weggeben wollte. Ich war nie wütend auf sie. Sie kannte eben nichts anderes.» Erst neulich habe ein Mädchen ihr Lied gegen Zwangsehe im afghanischen Fernsehen gesungen, in der Realityshow «Afghani-Star». «Vor Jahren wäre das undenkbar gewesen.» Sie erhalte beinahe täglich Briefe und Nachrichten von Frauen.

Für Frauen wie Sahar Gul oder Farkhunda Malikzada allerdings kommt jede Hilfe zu spät. Gul wuchs vaterlos im Norden Afghanistans auf und lebte bei Verwandten, die sie erst zur Arbeit zwangen und schliesslich einem Mann für 5000 Dollar verkauften, der sie schlug und zur Prostitution zwang. Die Polizei fand das Mädchen eingesperrt im Keller. Der Fall hatte selbst in Afghanistan für Diskussionen gesorgt. Der damalige Präsident Hamid Karzai mischte sich ein und forderte Gerechtigkeit für Gul. Ihr Ehemann rechtfertigte seine Gewalttaten vor einem Gericht damit, dass er viel Geld für Gul, «diese hässliche Frau», bezahlt habe, die ihm nicht mal ein Kind bescherte.

Sahar Gul überlebte und erholt sich heute in einem Frauenheim. Farkhunda Malikzada aber wurde in Kabul von einer wütenden Horde von Männern erst bewusstlos geschlagen, dann durch die Strassen geschleift, wo ein Auto über ihren Körper fuhr. Später wurde sie angezündet, wobei die umstehenden Männer ihre Schals und Hüte in die Flammen warfen, um das Feuer zu nähren. Farkhunda Malikzada (27) wurde vorgeworfen, einen Koran verbrannt zu haben, was sich aber als Lüge eines Mullahs herausstellte, mit dem ­Malikzada zuvor in einen Streit geraten war. Nur wollte ihr keiner der Männer zuhören. Stattdessen jubelten sie beim Anblick ihrer verkohlten Leiche.

Sie will die Welt verändern

Als Sonita von Farkhundas Schicksal erfuhr, war sie bereits in Utah im Paradies, wie sie die Schule nennt, und verkroch sich, statt zu lernen oder zu schlafen, tagelang ins Tonstudio der Wasatch Academy, um ein neues Lied aufzunehmen. Sie habe sich anders nicht zu trösten gewusst, sagt sie, als ihren ganzen Ärger herauszuschreien:

Ist das eure Religion? Nichts als Wut und Blut? Eine Religion, die einen Unterschied macht zwischen den Geschlechtern. Eine Religion, in der ich nichts zähle. Bloss weil ich eine Frau bin.

Und tatsächlich ist Loftins Schule so etwas wie der in roten Backstein gemeisselte liberale Traum. Teenager aus aller Welt, die gemeinsam binomische Formeln pauken, Theater spielen, Essays schreiben, töpfern, rappen oder Cello spielen, beschützt von hohen Bergen. Hier also wird Sonita die nächsten Jahre verbringen, das Mädchen aus Herat, das viele Leben schon hinter sich hat und so viele vor sich. Hier wird sie aufgebaut und fit gemacht, um die Welt zu verändern.

Zwei Wochen später fliegt Sonita von Utah nach Washington, um in der Hauptstadt an einer Weltbank-Konferenz teilzunehmen und zwei ihrer Lieder zu singen. Bevor sie auf die Bühne tritt, stellt sie Robert Saum, der Länderdirektor für Afghanistan, als «zukünftige Leaderin» vor. «Wir werden deinen Werdegang verfolgen und uns über deine Erfolge freuen», sagt Saum in den Applaus hinein. Es ist viel Druck auf diesen schmalen Schultern.

Sonita rappt, im Hintergrund laufen ihre Videos. Man sieht auch Bilder von Farkhunda Malikzada, der Frau, die in Kabul getötet wurde. Dem Publikum gefällts, einige wippen mit dem Oberkörper, andere essen aus ihren Lunchpaketen. Als die Lichter angehen, stehen sie auf und verschwinden in die anderen Säle, in denen über Religionskonflikte in Sierra Leone und die Stabilität im Mittleren Osten diskutiert wird.

Sonita steht nach dem Auftritt am Rand der Bühne. Sie ist geschminkt und wirkt aufgekratzt. «Es war gut», sagt sie. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.09.2016, 21:47 Uhr

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