Doppelanschlag des IS in Kabul fordert 20 Tote

Ein Anschlag traf am Mittwoch in der afghanischen Hauptstadt Kabul einen Sportclub. Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat reklamierte die Tat für sich.

Viele Verletzte: Ein Doppelanschlag des IS traf in Kabul einen Wrestling-Club. Bild: AP Photo/Rahmat Gul

Viele Verletzte: Ein Doppelanschlag des IS traf in Kabul einen Wrestling-Club. Bild: AP Photo/Rahmat Gul

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Der Anschlag ereignete sich in einem Wrestling-Club in einem überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil. Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich.

Polizeisprecher Haschmat Stanikasi sagte, zuerst habe sich ein Selbstmordattentäter in der Sporthalle in die Luft gesprengt. Als sich daraufhin Sicherheitskräfte und Journalisten am Anschlagsort versammelten, sei ein mit Sprengstoff präpariertes Auto explodiert. Unter den Todesopfern waren zwei Journalisten des grössten afghanischen Privatsenders Tolo News, wie der Sender mitteilte. Die Medien-Unterstützergruppe NAI erklärte, mindestens vier weitere Journalisten seien verletzt worden.

Perfide Vorgehensweise

Der Leiter des Wrestling-Clubs Maiwand, Pahlawan Schir, sprach von mehr als 30 Toten. Viele von ihnen seien Wrestler gewesen, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Er selbst sei während des Anschlags nicht in dem Gebäude gewesen. Augenzeugen berichteten in sozialen Netzwerken, der Selbstmordattentäter habe zunächst Sicherheitsleute getötet, bevor er sich in die Luft gesprengt habe.

Der IS bekannte sich zu dem Doppelanschlag, wie das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen Site unter Berufung auf das IS-Sprachrohr Amaq mitteilte. Die sunnitische Miliz zielt meist auf Angehörige der schiitischen Minderheit in Afghanistan. Die radikalislamischen Taliban hatten die Verantwortung für den Doppelanschlag vom Mittwoch bereits zuvor von sich gewiesen.

Der letzte grössere Anschlag auf Schiiten in Kabul war am 15. August. Damals sprengte sich ein Attentäter in einem Bildungszentrum in einem Schiitenviertel in die Luft. Auch dazu bekannte sich der IS. (sda)

Erstellt: 06.09.2018, 04:54 Uhr

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