«Die beste Zeit meines Lebens»

Gerade bemühen sich alle um die Wiederaufnahme direkter Nahost-Friedensgespräche und nun dies: Eine israelische Soldatin posiert mit palästinensischen Gefangenen und veröffentlicht die Bilder im Internet.

«Beschämendes Verhalten»: Eden A.

«Beschämendes Verhalten»: Eden A.

(Bild: Keystone)

Die Soldatin Eden A. hatte auf ihrer Facebook-Seite Fotos veröffentlicht, die sie lachend neben von ihr bewachten palästinensischen Häftlingen mit verbundenen Augen und gefesselten Händen zeigen. Darunter schrieb sie «Die Armee, die beste Zeit meines Lebens».

Die auf einem israelischen Militärstützpunkt aufgenommenen Bilder wurden heute Montagabend vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Israel gezeigt. Die israelische Armee kritisierte in einer Erklärung «das beschämende Verhalten der Soldatin», die ihren Militärdienst demnach vor einem Jahr beendete.

Auch der Direktor des israelischen Anti-Folter-Komitees, Jischai Menuschim, verurteilte in einer Erklärung das Verhalten der Soldatin. Es illustriere «eine Haltung, die eine Norm geworden ist und darin besteht, Palästinenser wie Objekte und nicht wie menschliche Wesen zu behandeln».

Netanyahu fordert Geduld

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu will weiterhin keine Vorbedingungen für die Wiederaufnahme direkter Friedensgespräche mit den Palästinensern akzeptieren. Er hoffe auf direkte Verhandlungen ohne vorab festgelegte Voraussetzungen, sagte Netanyahu bei einem Besuch in Athen. Bei der Frage nach direkten Gesprächen sei Geduld nötig, auch wenn «wir natürlich nicht viele Monate oder Jahre warten müssen». Der zweitägige Aufenthalt ist Netanjahus erster Staatsbesuch in Griechenland.

«Ich glaube, dass wir mit ein bisschen Geduld Ergebnisse sehen werden», erklärte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou. Eine breite Koalition von Staaten wolle Frieden in der Region, sagte der Regierungschef. «Das ist der Wunsch all derer, die Stabilität, Frieden und Sicherheit im Nahen Osten wollen, und ich füge ausserdem Wohlstand hinzu.»

Militärische Zusammenarbeit

Papandreou hatte noch am Sonntag mit dem ägyptischen Staatschef Hosni Mubarak, dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas und dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, telefoniert. Nach Angaben eines Regierungsmitarbeiters ging es dabei um die Meinung der arabischen Politiker zur Wiederaufnahme der direkten Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern.

Papandreou war vor einem Jahrzehnt als Vermittler im Nahost-Konflikt tätig. Israel hat ein Interesse daran, die Verbindungen zu Griechenland zu verbessern, dabei soll es auch um militärische Zusammenarbeit gehen.

bru/AFP

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