Angela Merkel ist entsetzt über Russlands Bomben

Die Kanzlerin kritisiert die humanitären Zustände an der türkisch-syrischen Grenze.

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Mike Szymanski@Herr_Szymanski

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat Russland für die jüngste Massenflucht im Bürgerkriegsland Syrien verantwortlich gemacht. Nach einem Treffen mit dem türkischen Premierminister Ahmet Davutoglu gestern in Ankara sagte Merkel: «Wir sind entsetzt über das, was den Menschen an Leid durch Bombenangriffe vorrangig von russischer Seite entstanden ist.» Im türkisch-syrischen Grenzgebiet, wo derzeit Zehntausende auf der Flucht seien, zeige sich das «wirklich grosse Elend». Premier ­Davutoglu sagte, man könne «fast von ­einer humanitären Katastrophe sprechen». Etwa 30 000 Flüchtlinge würden jenseits der Grenze campieren. Allerdings weigert sich sein Land weiterhin, die Flüchtlinge ins Land zu lassen.

Eine Gruppe von EU-Staaten wird nach Angaben Merkels bald damit beginnen, der Türkei syrische Kontingentsflüchtlinge abzunehmen. «Wir können nicht von der Türkei auf der einen Seite erwarten, dass sie alles stoppt, und auf der anderen Seite sagen wir, über die Kontingente sprechen wir dann in einem halben Jahr», sagte Merkel. Ein weiteres finanzielles Enga­gement der Europäischen Union für die Flüchtlingshilfe in der Türkei schloss Merkel nicht aus. Bisher hat die EU dem Land drei Milliarden Euro in Aussicht gestellt, um die Lage der Flüchtlinge zu verbessern.

Laut Gerald Knaus, dem Gründer des Thinktanks «European Stability Initiative», hat Merkel früh begriffen, dass es ohne die Türkei keine Lösung gibt. Doch sie habe Fehler gemacht, unter anderem mit der Türkei falsch verhandelt, sagt Knaus im Gespräch mit dem TA. Laut Knaus sollten Flüchtlinge konsequent in die Türkei zurückgeschafft werden.

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