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700-Kilo-Bombe tötet Nato-Soldaten

In der afghanischen Hauptstadt Kabul reisst ein Selbstmordattentäter 13 Nato-Soldaten in den Tod. Die Taliban bekennen sich zur Tat.

Zum Anschlag bekannten sich die Taliban: Das Auto, in dem die Bombe versteckt war im Hintergrund (29. Oktober 2011)
Zum Anschlag bekannten sich die Taliban: Das Auto, in dem die Bombe versteckt war im Hintergrund (29. Oktober 2011)
Reuters
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Ein Selbstmordattentäter hat sich in der afghanischen Hauptstadt Kabul mit seinem Auto in die Luft gesprengt und 13 Soldaten der internationalen Schutztruppe Isaf in den Tod gerissen. Das erklärte die Nato am Samstag. Alle Getöteten seien Amerikaner, verlautete aus US-Kreisen in Kabul. Auch vier Afghanen kamen ums Leben. Die Taliban bekannten sich zu der Tat.

Der Anschlag richtete sich gegen einen Konvoi der Nato. Der Attentäter habe ein mit Sprengstoff gefülltes Auto in die Kolonne gesteuert, teilte die Nato mit. Die afghanischen Behörden hatten zuvor mitgeteilt, dass bei dem Anschlag auch drei Zivilpersonen und ein afghanischer Polizist getötet worden seien. Zu dem Anschlag kam es in der Nähe des ehemaligen Königspalastes Darulaman am Rande der Stadt. In Textbotschaften an die Medien bekannten sich die Taliban zu der Tat.

«Es war eine starke Bombe», sagte ein Augenzeuge in Kabul, Gulam Saki. Gemäss Spiegel online befanden sich in dem Wagen des Attentäters 700 Kilogramm Sprengstoff. Schwarzer Rauch stieg über dem Anschlagsort auf, während die Feuerwehr die brennenden Wagen löschte. Zwei Nato-Hubschrauber landeten, um Opfer auszufliegen. Verletzte wurden auf Tragen noch auf der Strasse behandelt. Soldaten riegelten den Anschlagsort ab und forderten die Menschen über Lautsprecher auf, das Gebiet zu verlassen.

Ähnlicher Anschlag im vergangenen Jahr

Der Anschlag ähnelt einer Tat vom Mai 2010. Damals wurden bei einem Anschlag auf einen Konvoi der Nato 18 Menschen getötet, darunter Amerikaner und ein Kanadier. Die Taliban bekannten sich auch damals zu der Tat und erklärten, sie hätten 750 Kilogramm Sprengstoff eingesetzt.

Aussenminister Guido Westerwelle verurteilte den Anschlag und erklärte, Deutschland trauere mit den Angehörigen und Freunden der Getöteten. Den Verwundeten wünschte er eine rasche und vollständige Genesung. «Deutschland und seine Verbündeten werden an dem Weg der Übergabe der Sicherheitsverantwortung an afghanische Stellen festhalten und den mühsamen Prozess der inneren Aussöhnung in Afghanistan weiter unterstützen.»

Mann in Uniform eröffnet das Feuer

Bei einer Schiesserei im Süden des Landes wurden unterdessen zwei Nato-Soldaten getötet. Ein Mann in einer Uniform der afghanischen Streitkräfte eröffnete das Feuer auf die Soldaten, wie das Militärbündnis erklärte. Der Schütze wurde getötet. Über die genaueren Umstände des Zwischenfalls sowie über die Nationalitäten der beiden getöteten Soldaten machte die Nato zunächst keine Angaben.

In der Provinz Kunar im Nordosten des Landes sprengte sich am Samstag eine Selbstmordattentäterin vor einem Verwaltungsgebäude in die Luft. Der stellvertretende Polizeichef der Provinz, Abdul Sabor Allayar, erklärte, die Wachen vor dem Geheimdienstbüro der Provinzhauptstadt Asad Abad seien misstrauisch geworden und hätten auf die Frau geschossen. Diese habe daraufhin ihren Sprengsatz gezündet. Weitere Todesopfer oder Verletzte gab es nicht.

(SDA)

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