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42 Verletzte bei Protesten in Algerien

Mit Schlagstöcken und Tränengas hat die Polizei im Jemen und in Algerien Demonstrationen gegen die Regierung niedergeschlagen.

Die Proteste in Tunesien haben sich auf den Jemen ausgeweitet: In Sanaa fordern Demonstranten die Amtsenthebung von Präsident Ali Abdullah Saleh.
Die Proteste in Tunesien haben sich auf den Jemen ausgeweitet: In Sanaa fordern Demonstranten die Amtsenthebung von Präsident Ali Abdullah Saleh.
Reuters

Im Jemen haben Tausende Demonstranten die Amtsenthebung von Präsident Ali Abdullah Saleh gefordert. Studenten, Aktivisten und oppositionelle Gruppen versammelten sich am Samstag in der Universität von Sanaa in der jemenitischen Hauptstadt.

Dort protestierten sie mit Sprechchören gegen den Staatschef, der seit 32 Jahren im Amt ist. Bei der Protestaktion handelte es sich offenbar um die erste, die gegen die Regierungszeit des Präsidenten gerichtet war. Bislang hatten sich nur wenige getraut, öffentlich dagegen zu protestieren.

Tunesien als Vorbild

Die Demonstranten hatten sich vom Sturz des tunesischen Machthabers Zine al-Abidine Ben Ali inspirieren lassen: «Oh, Ali (Abdullah Saleh), gesell' dich zu deinem Freund Ben Ali», rief die Menschenmenge. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Teilnehmer der Protestaktion ein.

Die Demonstranten hatten sich auch versammelt, um ihrem Ärger über vorgeschlagene Verfassungsänderungen Luft zu machen, wonach der jemenitische Präsident sein Amt auf Lebenszeit behalten könnte.

Demonstranten in Algerien brechen Versammlungsverbot

Auch in Algerien kam es am Samstag zu Protesten. Mit Schlagstöcken und Schildern gingen dabei Polizisten in der Hauptstadt Algier gegen Demonstranten vor. Trotz des Versammlungsverbots hatten sie sich vor dem geplanten Auftakt eines Protestmarsches in der Zentrale der Oppositionspartei versammelt.

Vor Beginn der Veranstaltung umstellte die Polizei das Gelände und versperrte den Eingang des Gebäudes. Wer es verlassen wollte, wurde mit Stockschlägen empfangen. 42 Menschen wurden nach Angaben der Oppositionspartei Versammlung für die Kultur und die Demokratie (RCD) verletzt in Krankenhäuser gebracht.

Bouteflikas Stuhl wackelt

«Ich bin ein Gefangener in der Parteizentrale», rief der RCD-Vorsitzende Said Sadi per Megafon von einem Balkon. Die Demonstranten forderten in Sprechchören den Rücktritt von Präsident Abdelaziz Bouteflika. Entlang der geplanten Route gab es Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Menschen, die gekommen waren, um an der Demonstration teilzunehmen. Dabei seien sieben Polizisten verletzt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur APS.

Nach dem Beginn der Unruhen in Tunesien im vergangenen Monat brachen auch in Algerien Proteste aus. Die Organisatoren der geplanten Demonstration hatten an einem Balkon die tunesische direkt neben die algerische Flagge gehängt.

Seit 2002 gilt in Algerien ein Verbot für öffentliche Versammlungen. Die Regionalbehörden hätten der RCD eine Ausnahmegenehmigung verweigert, berichtete APS.

(SDA)

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