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16 Tote bei Terrorangriff auf UN-Komplex in Somalia

Mit einer Autobombe sprengten sich Mitglieder der Gruppe al-Shabaab den Zugang zum Gelände der UNO in Mogadiscio frei. Danach töteten sie neun UNO-Mitarbeiter, bevor alle sieben Angreifer erschossen wurden.

Gefechte in Mogadiscio: Ein somalischer Soldat feuert ein Raketenwerfer ab. (19. Juni 2013)
Gefechte in Mogadiscio: Ein somalischer Soldat feuert ein Raketenwerfer ab. (19. Juni 2013)
Reuters

Islamistische Selbstmordattentäter der al-Shabaab-Miliz haben in Somalias Hauptstadt Mogadiscio die UN-Hilfsmission überfallen und dabei mindestens neun Menschen getötet. Bei der gut einstündigen Schiesserei mit dem Sicherheitspersonal und mit Soldaten der Afrikanischen Union starben alle sieben Angreifer. Viele der UN-Mitarbeiter überlebten offenbar nur, weil sie in einen Bunker flüchten konnten.

Der Angriff begann mit der Zündung einer Autobombe, die das Eingangtor aufriss. Dann stürmten die Islamisten, die Uniformen des somalischen Militärs trugen, auf das Gelände und in das UN-Gebäude und schossen um sich. Unter den Getöteten sind auch zwei südafrikanische Beschäftigte einer Firma für Minenräumung, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Aus UN-Kreisen hiess es, auch zwei bei den Vereinten Nationen beschäftigte Kenianer seien unter den Toten.

«Himmelschreiender Terrorakt»

Der Leiter der UN-Mission für Somalia, Nicholas Kay, äusserte sich geschockt und entsetzt. «Die UN-Mitarbeiter hier arbeiten an humanitären und entwicklungspolitischen Projekten, die den somalischen Bürgern zugutekommen. Dies war ein himmelschreiender Terrorakt und der verzweifelte Versuch, Somalia von seinem Weg in Richtung Frieden abzubringen.»

Die al-Shabaab-Miliz steht dem Terrornetzwerk al-Qaida nahe. Sie wurde von Truppen der Afrikanischen Union weitgehend aus dem Süden und dem Zentrum des Landes vertrieben, unternimmt aber weiterhin Terroranschläge.

Jahrelang keine Regierung

Somalia hatte seit 1991 jahrelang keine funktionierende Zentralregierung. Damals hatten Rebellengruppen den diktatorisch regierenden Präsidenten Siad Barre gestürzt. Sie bekämpften sich danach gegenseitig und stürzten das Land in einen langen Bürgerkrieg. Im vergangenen Jahr wurden dann ein neues Parlament und ein Präsident gewählt.

Im April hatte sich die Miliz zu einem Angriff auf das Oberste Gericht des Landes bekannt, bei dem 35 Menschen getötet worden waren.

SDA/kpn

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