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140 Tote bei Luftangriffen auf Trauerfeier im Jemen

Huthi-Rebellen im Jemen werfen der von Saudiarabien angeführten Militärkoalition vor, für die Angriffe auf eine Trauerfeier verantwortlich zu sein.

Helfer sind «entsetzt und schockiert»: Ein verletzter Gast der Trauerfeier im Jemen wird geborgen. (8. Oktober 2016)
Helfer sind «entsetzt und schockiert»: Ein verletzter Gast der Trauerfeier im Jemen wird geborgen. (8. Oktober 2016)
Mohammed Huwais, AFP

Beim verheerenden Luftangriff auf eine Trauerfeier im Jemen sind nach Angaben der UNO mehr als 140 Menschen getötet worden. Über 525 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe im Jemen, Jamie McGoldrick, am Samstag mit.

Helfer im Jemen seien «entsetzt und schockiert» über die Luftangriffe auf einen öffentlichen Saal in der Hauptstadt Sanaa, wo tausende Menschen an einer Trauerfeier teilgenommen hatten.

Zuvor hatten die Huthi-Rebellen im Jemen der von Saudiarabien angeführten Militärkoalition vorgeworfen, durch die Luftangriffe mehr als hundert Menschen bei der Trauerfeier getötet zu haben. Saudiarabien wies jede Verantwortung aber zurück.

Bürgermeister unter den Toten

Dem Sender Almasirah zufolge war auch der Bürgermeister von Sanaa, Abdel Kader Hilal, unter den Todesopfern. McGoldrick forderte nun eine sofortige Untersuchung des Vorfalls: «Die Gewalt gegen Zivilisten im Jemen muss sofort beendet werden», forderte er.

Im Jemen kämpfen seit September 2014 Truppen des sunnitischen Präsident Abd Rabbuh Mansur al-Hadi gegen vom Iran unterstützte schiitische Huthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh die Treue halten.

Die Huthis hatten Anfang 2015 die im Norden gelegene Hauptstadt Sanaa und andere Städte erobert. Seit März 2015 fliegt ein von Riad angeführtes arabisches Militärbündnis Luftangriffe auf die Rebellen.

USA distanzieren sich vom Angriff

Die US-Regierung ist nach dem verheerenden Luftangriff auf eine Trauerfeier im Jemen ungewöhnlich deutlich auf Distanz zu Saudiarabien gegangen. Eine Stellungnahme des Nationalen Sicherheitsrats (NSC) vom Samstagabend legt nahe, dass Washington die Schuld für die Tragödie bei der saudiarabisch geführten Militärallianz sieht. Die US-Sicherheitszusammenarbeit mit dem sunnitischen Königreich sei «kein Blanko-Scheck» und die Berichterstattung über den Vorfall «zutiefst verstörend», hiess es darin.

Auch wenn die US-Regierung Saudiarabien bei der Verteidigung des eigenen Staatsgebiets unterstütze, «müssen und werden wir weiterhin unsere ernsten Bedenken zum Ausdruck bringen über den Konflikt im Jemen und darüber, mit welchen Mitteln er geführt wird», erklärte NSC-Sprecher Ned Price.

«Wir haben eine sofortige Überprüfung unserer bereits deutlich reduzierten Hilfe für das saudiarabisch geführte Bündnis eingeleitet – und wir sind bereit, unsere Unterstützung anzupassen, um den Prinzipien, Werten und Interessen der USA besser gerecht zu werden», heisst es weiter.

SDA/chk

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