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Merkels Favoritin wirft Merz «Schlag ins Gesicht der CDU» vor

Eine Bemerkung zum Aufstieg der AfD sorgt im Kampf um den CDU-Vorsitz für Zank.

Annegret Kramp-Karrenbauer: «Das verkennt alle, die um jede Stimme für die CDU und gegen die AfD gekämpft haben.» Bild: AP
Annegret Kramp-Karrenbauer: «Das verkennt alle, die um jede Stimme für die CDU und gegen die AfD gekämpft haben.» Bild: AP

Im Kampf um den CDU-Vorsitz hat CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Mitbewerber Friedrich Merz für den Vorwurf kritisiert, die CDU habe den Aufstieg der AfD achselzuckend hingenommen. «Solche Behauptungen sind ein Schlag ins Gesicht für alle in der CDU, die vor Ort und in den Parlamenten seit Jahren gegen ständige Falschinformationen, gegen gezielte Vergiftungen des politischen Klimas, gegen Anfeindungen sowie gegen in Teilen offene Hetze durch die AfD kämpfen und Tag für Tag in der CDU Haltung zeigen», sagte Kramp-Karrenbauer der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».

«Das verkennt alle, die in den extrem harten Wahlkämpfen der letzten Jahre um jede Stimme für die CDU und gegen die AfD gekämpft haben», sagte Kramp-Karrenbauer. Merz hatte im Deutschlandfunk gesagt, die CDU habe die Wahlergebnisse der AfD in Bund und Ländern mit einem «Achselzucken» zur Kenntnis genommen.

Kramp-Karrenbauer warnte in der «FAS» zugleich davor, den Kampf gegen die AfD zu unterschätzen: «Jetzt so zu tun, als könne man einfach nur etwas Bestimmtes sagen oder beschliessen und schon sei der Kampf gegen die AfD gewonnen, ist naiv.» Neben Kramp-Karrenbauer und dem früheren Solche-Fraktionschef Merz bewirbt sich auch Gesundheitsminister Jens Spahn um den CDU-Parteivorsitz.

Für die 56-jährige Saarländerin ist es nicht unbedingt von Vorteil, dass sie Merkel nahesteht. Ihre Wahl zur neuen Parteichefin würde weitgehend für Kontinuität stehen - oder in den Augen von Kritikern für ein «Weiter so». Im Wettstreit um den Parteivorsitz betont «AKK», wie die Rechts- und Politikwissenschaftlerin genannt wird, gern ihre Regierungserfahrung. Ab dem Jahr 2000 war die dreifache Mutter saarländische Ministerin für Inneres, Bildung, Arbeit und Soziales. Im Sommer 2011 trat die nüchtern, aber freundlich auftretende Politikerin an die Spitze einer Jamaika-Koalition, die bald darauf zerbrach. Anfang 2012 schmiedete Kramp-Karrenbauer nach vorgezogenen Neuwahlen eine grosse Koalition mit der SPD. Im Mai 2017 konnte «AKK» das Wahlergebnis der CDU sogar auf über 40 Prozent verbessern.Im Februar dieses Jahres machte Kramp-Karrenbauer dann den Sprung nach Berlin - für den Job als CDU-Generalsekretärin gab sie ihr Regierungsamt im Saarland auf, was ihr unter Christdemokraten hoch angerechnet wird.
Für die 56-jährige Saarländerin ist es nicht unbedingt von Vorteil, dass sie Merkel nahesteht. Ihre Wahl zur neuen Parteichefin würde weitgehend für Kontinuität stehen - oder in den Augen von Kritikern für ein «Weiter so». Im Wettstreit um den Parteivorsitz betont «AKK», wie die Rechts- und Politikwissenschaftlerin genannt wird, gern ihre Regierungserfahrung. Ab dem Jahr 2000 war die dreifache Mutter saarländische Ministerin für Inneres, Bildung, Arbeit und Soziales. Im Sommer 2011 trat die nüchtern, aber freundlich auftretende Politikerin an die Spitze einer Jamaika-Koalition, die bald darauf zerbrach. Anfang 2012 schmiedete Kramp-Karrenbauer nach vorgezogenen Neuwahlen eine grosse Koalition mit der SPD. Im Mai 2017 konnte «AKK» das Wahlergebnis der CDU sogar auf über 40 Prozent verbessern.Im Februar dieses Jahres machte Kramp-Karrenbauer dann den Sprung nach Berlin - für den Job als CDU-Generalsekretärin gab sie ihr Regierungsamt im Saarland auf, was ihr unter Christdemokraten hoch angerechnet wird.
Keystone
Viel wurde über Rachegelüste des einstigen Hoffnungsträgers der CDU spekuliert, als der inzwischen 63-jährige Sauerländer Ende Oktober seinen Hut in den Ring warf. Denn Merz, seit dem Jahr 2000 Unionsfraktionschef im Bundestag, musste nach der verlorenen Bundestagswahl 2002 Parteichefin Merkel weichen, die dann bis 2005 beide Posten versah. Grollend wechselte der konservative Jurist in die Privatwirtschaft, 2009 trat Merz nicht mehr zur Bundestagswahl an. Zuvor hatte sich Merz als ausgewiesener Finanzpolitiker und eloquenter Redner einen Namen gemacht. Er machte Furore mit der Forderung nach einem radikal vereinfachten Steuerkonzept. Die damalige Idee der Steuererklärung auf dem Bierdeckel wandelte er inzwischen in eine «Steuer-App» um. Die Tatsache, dass der Wirtschaftsanwalt Merz so lange nicht in der aktiven Politik war, legen ihm Kritiker als Manko aus. Wegen seiner Tätigkeiten für den US-Vermögensverwalter Blackrock und die HSBC Bank wurde über Interessenskonflikte debattiert. Wirtschaftsvertreter hingegen hoffen, dass der wirtschaftsliberale Vater dreier Kinder fortan bei der CDU das Ruder übernimmt. Merz selbst betonte wiederholt, in diesem Fall gut mit Bundeskanzlerin Merkel zusammenarbeiten zu wollen.
Viel wurde über Rachegelüste des einstigen Hoffnungsträgers der CDU spekuliert, als der inzwischen 63-jährige Sauerländer Ende Oktober seinen Hut in den Ring warf. Denn Merz, seit dem Jahr 2000 Unionsfraktionschef im Bundestag, musste nach der verlorenen Bundestagswahl 2002 Parteichefin Merkel weichen, die dann bis 2005 beide Posten versah. Grollend wechselte der konservative Jurist in die Privatwirtschaft, 2009 trat Merz nicht mehr zur Bundestagswahl an. Zuvor hatte sich Merz als ausgewiesener Finanzpolitiker und eloquenter Redner einen Namen gemacht. Er machte Furore mit der Forderung nach einem radikal vereinfachten Steuerkonzept. Die damalige Idee der Steuererklärung auf dem Bierdeckel wandelte er inzwischen in eine «Steuer-App» um. Die Tatsache, dass der Wirtschaftsanwalt Merz so lange nicht in der aktiven Politik war, legen ihm Kritiker als Manko aus. Wegen seiner Tätigkeiten für den US-Vermögensverwalter Blackrock und die HSBC Bank wurde über Interessenskonflikte debattiert. Wirtschaftsvertreter hingegen hoffen, dass der wirtschaftsliberale Vater dreier Kinder fortan bei der CDU das Ruder übernimmt. Merz selbst betonte wiederholt, in diesem Fall gut mit Bundeskanzlerin Merkel zusammenarbeiten zu wollen.
Keystone
Mit seinen 38 Jahren ist der deutsche Gesundheitsminister deutlich jünger als seine beiden Kontrahenten. Allerdings ist er laut Umfragen auch weit abgeschlagen, was die Chancen auf einen Sieg angeht. Spahn ist ein profilierter Merkel-Kritiker etwa in der Flüchtlingspolitik, der immer wieder mit markig-konservativen Sprüchen auf sich aufmerksam machte. Der Münsterländer hat eine steile Politkarriere hingelegt: mit nur 22 Jahren wurde der Bankkaufmann und Politologe erstmals in den Bundestag gewählt. Dort machte er sich erst als Gesundheitsexperte einen Namen, dann auch in der Finanzpolitik. Ende 2014 schaffte der mit einem Journalisten verheiratete Politiker mit einer Kampfkandidatur den Sprung ins CDU-Präsidium, 2015 wurde er unter dem damaligen Finanzminister Wolfgang Schäuble Staatssekretär. In der neuen «GroKo» holte Merkel dann den Partei-Rebellen als Minister ins Kabinett. Eine Niederlage gegen «AKK» oder Merz muss Spahn nicht schaden, für den der Wettstreit vielleicht einfach zu früh kam. Er hat noch viele Berufsjahre vor sich, in denen er einen neuen Anlauf auf die Parteispitze und das Bundeskanzleramt machen kann.
Mit seinen 38 Jahren ist der deutsche Gesundheitsminister deutlich jünger als seine beiden Kontrahenten. Allerdings ist er laut Umfragen auch weit abgeschlagen, was die Chancen auf einen Sieg angeht. Spahn ist ein profilierter Merkel-Kritiker etwa in der Flüchtlingspolitik, der immer wieder mit markig-konservativen Sprüchen auf sich aufmerksam machte. Der Münsterländer hat eine steile Politkarriere hingelegt: mit nur 22 Jahren wurde der Bankkaufmann und Politologe erstmals in den Bundestag gewählt. Dort machte er sich erst als Gesundheitsexperte einen Namen, dann auch in der Finanzpolitik. Ende 2014 schaffte der mit einem Journalisten verheiratete Politiker mit einer Kampfkandidatur den Sprung ins CDU-Präsidium, 2015 wurde er unter dem damaligen Finanzminister Wolfgang Schäuble Staatssekretär. In der neuen «GroKo» holte Merkel dann den Partei-Rebellen als Minister ins Kabinett. Eine Niederlage gegen «AKK» oder Merz muss Spahn nicht schaden, für den der Wettstreit vielleicht einfach zu früh kam. Er hat noch viele Berufsjahre vor sich, in denen er einen neuen Anlauf auf die Parteispitze und das Bundeskanzleramt machen kann.
Keystone
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Kramp-Karrenbauer liegt offenbar vorne

Das aktuelle ZDF-«Politbarometer» sieht Annegret Kramp-Karrenbauer als Favoritin. Der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen zufolge sprechen sich 38 Prozent der Unionsanhänger für Kramp-Karrenbauer aus, drei Prozentpunkte mehr als vor zwei Wochen. Ihre Zustimmungswerte liegen damit über denen ihrer Mitbewerber Friedrich Merz und Jens Spahn zusammen. Merz kann demnach auf die Unterstützung von 29 Prozent der Unionsanhänger bauen, Gesundheitsminister Jens Spahn bleibt mit sechs Prozent (minus eins) abgeschlagen.

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