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Guterres zum UNO-Generalsekretär gewählt

Der Nachfolger von Ban Ki-moon steht jetzt offiziell fest. Wer der neue Mann an der Spitze der UNO ist.

Steht bald 44'000 UNO-Mitarbeitern vor: Der Portugiese António Guterres, hier während einer Pressekonferenz in Genf. (Archivbild)
Steht bald 44'000 UNO-Mitarbeitern vor: Der Portugiese António Guterres, hier während einer Pressekonferenz in Genf. (Archivbild)
Keystone

Portugals Regierungschef, UN-Flüchtlingskommissar, nun Chef der Vereinten Nationen: António Guterres hat es politisch weit gebracht für einen, der einst am liebsten als Physiker arbeiten wollte. Der 67-Jährige wurde von der UNO-Vollversammlung als Nachfolger von Generalsekretär Ban Ki-moon bestätigt – dass die 193 Mitgliedsstaaten den Vorschlag des Weltsicherheitsrats abnicken, galt als Formsache.

Guterres war von 1995 bis 2002 Ministerpräsident in Lissabon gewesen. Von 2005 bis 2015 diente er den Vereinten Nationen als Hoher Flüchtlingskommissar. Nun wird er ab dem 1. Januar 2017 den knapp 44'000 UNO-Mitarbeitern sowie mehr als 100'000 Blauhelmen vorstehen.

Geboren wurde Guterres am 30. April 1949 in Santos-o-Velho unweit von Lissabon. Später genoss er eine vorzügliche Ausbildung, schaffte mit 22 sein Ingenieurs-Diplom und träumte davon, als Physiker in der Forschung zu arbeiten. Tatsächlich schaffte er es bis zum Assistenzprofessor in diesem Fachbereich.

«Das hat mich mein Leben überdenken lassen»

Guterres engagierte sich aber auch in einer Gruppe von Studenten und Freiwilligen in den Slums von Lissabon und sah die schlimmen sozialen Probleme in den letzten Jahren der vier Dekaden umfassenden Diktatur von António Salazar. Diese kam mit der Nelkenrevolution von 1974 zu einem Ende.

«Das hat mich mein Leben überdenken lassen», sagte Guterres kürzlich der Nachrichtenagentur AP. Er begann, sich politisch zu engagieren, baute die Sozialistische Partei PS mit auf und wurde Anfang der 90er deren Parteichef. 1995 folgte schliesslich das Amt des portugiesischen Ministerpräsidenten.

Vermittler und Brückenbauer

Die Physik, die er schliesslich hinter sich lassen musste, bezeichnete er dennoch als «die wichtigste intellektuelle Leidenschaft meines Lebens». Dabei hat der Portugiese nicht nur in naturwissenschaftlicher Hinsicht etwas auf dem Kasten: Guterres beherrscht mehrere Sprachen fliessend. Ausserdem interessiert er sich für Geschichte, Opern und Filme.

Als neuer UNO-Generalsekretär will Guterres vor allem eines sein: ein ehrlicher Vermittler und ein Brückenbauer zwischen den 193 Nationen. Allein der Blick auf die Uneinigkeit beim Thema Syrien zeigt: Diese Aufgabe wird keine einfache sein.

SDA/woz

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