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Zwischen Teambuilding und Gruppentherapie

Am EU-Gipfel in Bratislava waren Themen gesucht, mit denen die Regierungen bei ihren Bürgern punkten können.

Das Brexit-Votum war der Weckruf. Jetzt will sich der schrumpfende Club zusammenraufen. Man suchte auf der Burg von Bratislava und zwischendurch auch auf einem Ausflugsschiff auf der Donau nach Gemeinsamkeiten. Das Treffen im Kreis der 27 Mitgliedsstaaten ohne die Briten schwankte irgendwo zwischen Teambuilding-Event und Gruppentherapie. Letztlich ist die EU so stark oder so schwach, wie es ihre Mitgliedsstaaten wollen. Das wurde in Bratislava deutlich. Einige hatten zuletzt den Konflikt zwischen den Hauptstädten und Brüssel künstlich geschürt. Streitthemen wie etwa die europäische Solidarität im Umgang mit Flüchtlingen wurden aber gestern bewusst ausgeklammert.

Die Auseinandersetzung um die Solidarität im Club wurde vertagt. Zwischen Ost und West oder Nord und Süd ging es deshalb vergleichsweise harmonisch zu. Gefragt sind jetzt Themen, die verbinden und mit denen man bei den Bürgerinnen und Bürgern punkten kann. Diese fürchten sich in einer zunehmend unsicheren und gefährlichen Welt. Die EU will beim Schutz der Aussengrenzen, bei der Verteidigung und dem Austausch von Daten stärker zusammenarbeiten. Dies mit Blick auf Terrorgefahr, Kriege in der Nachbarschaft oder den globalen Wettbewerb mit China und den USA. Viel Zeit bleibt nicht, um den Bürgern zu beweisen, dass die EU einen Mehrwert bringt.

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