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Zwei Männer in Birmingham wegen Mordes angeklagt

Während der Krawalle töteten zwei Mittzwanziger mit dem Auto drei Personen. Nun müssen sie sich vor Gericht verantworten. Gleichzeitig wehrt sich die britische Polizei gegen den Berater aus den USA.

Trauer in Birmingham: Angehörige haben für die getöteten Männer Kerzen angezündet.
Trauer in Birmingham: Angehörige haben für die getöteten Männer Kerzen angezündet.
Keystone

Nach dem Tod von drei Männern bei den Krawallen in Grossbritannien müssen sich die ersten zwei Verdächtigen vor Gericht verantworten. Ein 26-Jähriger und ein 17- Jähriger wurden am Samstag wegen dreifachen Mordes angeklagt.

Sie sollen am Sonntagmorgen in Birmingham vor Gericht erscheinen, wie die Polizei mitteilte. Sie werden verdächtigt, in der Nacht zum Mittwoch in der zweitgrössten britischen Stadt mit einem Auto mutwillig in eine Gruppe von Menschen gerast zu sein, die Geschäfte vor Plünderungen schützen wollten. Dabei waren drei Männer ums Leben gekommen. Insgesamt waren bei den Unruhen fünf Menschen gestorben.

Wegen des Vorfalls in Birmingham sitzen den Angaben zufolge noch zwei weitere Verdächtige im Alter von 23 und 27 Jahren in Polizeigewahrsam. Ein 16-Jähriger und ein 32-Jähriger wurden auf Kaution entlassen.

Polizei wehrt sich gegen US-Hilfe

Die britische Polizei wehrt sich derweil gegen die Berufung des früheren New Yorker Polizeichefs Bill Bratton zum Berater im Kampf gegen die Jugendgewalt. Polizeigewerkschaften in London und Manchester sprachen am Samstag von einer Beleidigung ihrer Arbeit. Premierminister David Cameron hatte Bratton um Unterstützung gebeten.

«Die amerikanische Polizeiarbeit wird bestimmt durch Gewalt», sagte Paul Deller von der Metropolitan Police Federation, die mehr als 30'000 Polizisten in der britischen Hauptstadt vertritt. «Wir wollen das in diesem Land nicht.» Deller warf der britischen Regierung vor, Brattons Strategie gar nicht ernsthaft umsetzen zu wollen. Dieser habe in New York und Los Angeles die Zahl der Polizisten auf den Strassen erhöht, «während wir eine Regierung haben, die genau das Gegenteil tun will».

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft in Manchester, Ian Hanson, erklärte, die Beamten vor Ort wüssten besser, was in ihren Gemeinden zu tun sei, als jemand, der 5000 Meilen weit weg wohne.

Zahlreiche Krawallmacher verurteilt

Insgesamt hatte die Polizei nach den Ausschreitungen in Birmingham und umliegenden Ortschaften mehr als 500 Menschen festgenommen. Landesweit wurden seit Beginn der Randale vor einer Woche mehr als 1600 mutmassliche Randalierer festgenommen.

Zahlreiche Krawallmacher wurden bereits verurteilt, die Gerichte arbeiteten in den vergangenen Tagen ohne Unterlass und sollten auch das Wochenende über tätig sein. Angesichts einer massiven Aufstockung von Polizisten und wegen schlechten Wetters blieb es seit Mittwochnacht zwar ruhig.

Die Polizei blieb am Samstag aber weiter mit einem massiven Aufgebot in den Städten des Landes präsent. In London waren wie die Tage zuvor 16'000 Polizisten im Einsatz. Auslöser der Ausschreitungen war der Tod eines vierfachen Familienvaters bei einem Polizeieinsatz im Londoner Stadtteil Tottenham.

SDA/kpn

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