Wohin mit den eingesparten Brexit-Milliarden?

Mit dem EU-Austritt müsse keine hohen Summen mehr an die EU überwiesen werden, sagt Premierministerin May. Profitieren könnte das marode Gesundheitssystem.

Bild: Toby Melville/Reuters

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Die britische Premierministerin Theresa May will dank der Einsparungen infolge des Brexits zusätzliche Milliarden in das Gesundheitssystem investieren. Mit dem EU-Austritt müsse Grossbritannien schliesslich keine hohen Summen mehr an Brüssel überweisen, schrieb May in einem Beitrag für die Zeitung «The Mail on Sunday». Bis 2024 wolle die Regierung jährlich 20 Milliarden Pfund (umgerechnet 26 Milliarden Franken) mehr für den Gesundheitsdienst NHS ausgeben.

«Wir werden mehr Geld haben, das wir für Wichtiges aufwenden können», schrieb die Premierministerin weiter. Sie schränkte jedoch ein, das durch den Brexit gesparte Geld reiche nicht aus. Auch das Land müsse «ein bisschen mehr beitragen». Am Montag will sie die Details des Plans vorstellen. Britische Medien spekulierten über Steuererhöhungen.

Der BBC sagte May, durch das zusätzliche Geld sollten unter anderem die Wartezeiten für Patienten verkürzt werden. Ausserdem will sie die Heilungsquoten bei Krebs verbessern und mehr Geld in die Behandlung psychischer Erkrankungen investieren. Der 70 Jahre alte NHS ist seit Jahren in der Krise.

Mit falschen Zahlen auf Stimmenfang

In der Kampagne vor dem Brexit-Referendum im Jahr 2016 hatten die Befürworter des EU-Austritts mit gefälschten Zahlen dafür geworben, durch den Wegfall von EU-Zahlungen mehr in das Gesundheitssystem investieren zu können. In den vergangenen Tagen hatte es im britischen Parlament teils chaotische Auseinandersetzungen über die Details der Brexit-Regelungen gegeben.

Grossbritannien tritt Ende März 2019 aus der EU aus. Auch in Brüssel hatte es zuletzt bei der Aushandlung der künftigen Beziehungen gewaltig geknirscht: Entscheidende Hürden sind vor allem die Zukunft der Grenze zwischen Nordirland und Irland sowie Regelungen für den grenzüberschreitenden Handel und eine Zollunion mit der EU, nachdem Grossbritannien wie geplant den EU-Binnenmarkt verlässt. (nag/AFP)

Erstellt: 17.06.2018, 14:47 Uhr

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