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Woher laut Moskau das U-Boot stammt

Zwei Tage lang suchte die schwedische Marine nach einem mysteriösen Unterwasserobjekt. Medien spekulierten über einen russischen Geheimdiensteinsatz.

Wird abgezogen: Die schwedische Korvette HMS Visby. (21. Oktober 2014)
Wird abgezogen: Die schwedische Korvette HMS Visby. (21. Oktober 2014)
EPA/Fredrik Sandberg
Handelt es sich bei dem mysteriösen U-Boot um ein holländisches Modell? Die Bruinvis der niederländischen Marine.
Handelt es sich bei dem mysteriösen U-Boot um ein holländisches Modell? Die Bruinvis der niederländischen Marine.
PD
Auf der Suche nach dem Unbekannten: Die Korvette HMS Visby der schwedischen Marine auf Patrouille in den Gewässern vor Stockholm. (18. Oktober 2014)
Auf der Suche nach dem Unbekannten: Die Korvette HMS Visby der schwedischen Marine auf Patrouille in den Gewässern vor Stockholm. (18. Oktober 2014)
Keystone
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Das unbekannte Unterwasserobjekt vor der Küste Stockholms gibt weiter Rätsel auf. Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete unter Berufung auf Quellen im Moskauer Verteidigungsministerium, dass das gesuchte Schiff das U-Boot Bruinvis aus den Niederlanden sei. Den Haag dementierte dies jedoch wenig später.

Den Angaben aus Moskau zufolge hatte die Bruinvis in der vergangenen Woche vor der schwedischen Küste «Übungen» vorgenommen, darunter das schnelle Auftauchen. Am Freitag sei es in den Hafen der estnischen Hauptstadt Tallinn eingelaufen, vermutlich werde es heute wieder Richtung Niederlande auslaufen, hiess es. Die schwedische Regierung solle zur Aufklärung der Frage Kontakt mit der niederländischen Marine aufnehmen, empfahl die Quelle im Moskauer Verteidigungsministerium demnach.

Dementi aus Den Haag

Das niederländische Militär dementierte die Angaben aus Russland prompt. Das niederländische U-Boot sei weder in den Fall verwickelt, noch beteilige sich die Armee an den Suchmassnahmen vor der schwedischen Küste, sagte eine Sprecherin des niederländischen Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP.

Zwar habe sich die Armee an einer Übung mit Schweden beteiligt, diese habe aber bereits am Dienstag vergangener Woche geendet, sagte die Sprecherin. Das dabei zum Einsatz gekommene niederländische U-Boot Bruinvis habe sich daraufhin in den Hafen von Tallinn begeben, wo es sich auch am Wochenende befunden habe.

«Das ist ein fremdes Schiff»

Die schwedische Armee hatte im Zuge ihrer Suche nach dem mysteriösen Objekt ein Foto des mutmasslichen U-Boots veröffentlicht. «Das ist ein fremdes Schiff», sagte Konteradmiral Anders Grenstad vor Journalisten und zeigte auf ein körniges Bild, das am Morgen gemacht worden sein soll. Darauf ist in weiter Entfernung ein schwarzes Objekt zu sehen. Wegen der unzureichenden Qualität der Aufnahme sei es aber nicht möglich, die Herkunft des Schiffs zu bestimmen, sagte Grenstad.

Der Konteradmiral wies zudem Medienberichte zurück, wonach sich das schwedische Militär auf einer «Jagd auf ein U-Boot» befinde. Vielmehr gehe es darum, zunächst Geheimdienstinformationen zu den Hinweisen auf eine «fremde Unterwasseraktivität» zu sammeln. Ähnlich hatte sich zuvor bereits ein Armeesprecher geäussert.

Vergebliche Versuche der Marine

In schwedischen Medien war über einen russischen Geheimdiensteinsatz in der Nähe der Inseln um Stockholm spekuliert worden. Russland dementierte das. Die schwedische Armee versucht seit dem Wochenende mit einem Grosseinsatz, das Rätsel um das unbekannte Objekt zu lösen. Mehr als 200 Soldaten sowie mehrere Schiffe, Minensuchboote und Hubschrauber waren im Einsatz.

In der Vergangenheit hatte sich die schwedische Marine vergeblich bemüht, vermutete U-Boote aus der Sowjetunion beziehungsweise Russland aufzuspüren. Besonderes Aufsehen erregte ein Fall im Oktober 1981, als ein sowjetisches U-Boot in einem militärischen Sperrgebiet vor der Küste von Karlskrona im Süden des Landes sank.

AFP/sda/ajk

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