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«Wir werden eine Offensive in der Region Donezk starten»

Prorussische Separatisten weigern sich, über eine Waffenruhe zu verhandeln. Der Rebellenführer kündigt einen Grossangriff an.

Meldungen über eine neue Offensive: Prorussische Separatisten auf einem Panzer ausserhalb von Donezk. (22. Januar 2015)
Meldungen über eine neue Offensive: Prorussische Separatisten auf einem Panzer ausserhalb von Donezk. (22. Januar 2015)
Alexander Ermochenko, Reuters

Nach dem Rückzug der ukrainischen Streitkräfte vom Flughafen Donezk gehen die Rebellen offenbar zu einer Grossoffensive über. «Von unserer Seite gibt es keine Versuche mehr, über eine Waffenruhe zu reden», sagte der «Präsident» der selbst proklamierten Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko. Als Verhandlungspartner erkenne er bloss noch Poroschenko an. «Wenn Poroschenko kommt, werden wir sprechen», meinte der Separatistenführer.

(Bilder des zerstörten Flughafens in Donezk. (Quelle: Patrick Lancaster / Youtube)
(Bilder des zerstörten Flughafens in Donezk. (Quelle: Patrick Lancaster / Youtube)

Dann kündigte er eine Offensive seiner Truppen an: «Wir werden eine Offensive in der gesamten Region Donezk starten», zitierten ihn die Nachrichtenagenturen Interfax und Ria Nowosti.

Sachartschenko: «Wir werden unterwegs alle Bedrohungen beseitigen»

Rebellenführer Sachartschenko sagte: «Falls ich eine Gefährdung für die Donezker Erde von irgendeiner Siedlung sehe, werde ich diese Gefahr auch dort beseitigen.»

(Quelle: TO in Ukraine / АТО в Україні / Youtube)

Dieses Video soll Mehrfachraketensysteme prorussischer Rebellen zeigen, die in Makyewa einfahren, etwa 120 Kilometer von Slawjansk entfernt. Das Video stammt aus ukrainischen Kreisen – ATO meint «Anti-Terror-Operation» und bezeichnet den militärischen Einsatz ukrainischer Truppen gegen die prorussischen Rebellen.

Ukraine bestätigt die Offensive

«Russische Terroristengruppierungen haben grundsätzlich alle bisherigen Vereinbarungen über einen Waffenstillstand verletzt ... Und heute nehmen sie aktive offensive Operationen vor», zitiert die Agentur AFP den ukrainischen Sicherheitschef Oleksandr Turchynow. «Wir sprechen über aktive russische Einheiten», betonte er.

Russlands Präsident Wladimir Putin warf Kiew vor, für die zahlreichen Todesopfer der vergangenen Tage verantwortlich zu sein. Bei der «grossangelegten Militäroperation» seien Artillerie und Luftwaffe eingesetzt worden, und das über bewohnten Gegenden, sagte Putin bei einem Treffen mit seinem Sicherheitskabinett. In dem seit neun Monaten anhaltenden Konflikt wurden laut Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa 5000 Menschen getötet.

5000 Tote - hohe Dunkelziffer

Nach monatelangen Gefechten hatten sich die ukrainischen Truppen am Donnerstag von dem völlig zerschossenen Flughafen zurückgezogen. In der Ukraine wird die Schlacht um das Areal mit der Schlacht um Stalingrad im Zweiten Weltkrieg verglichen.

In dem seit neun Monaten anhaltenden Konflikt wurden laut der UNO und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) 5000 Menschen getötet. Es sei zu befürchten, dass die Zahl wesentlich höher liege, sagte ein Sprecher des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte, Rupert Colville, in Genf.

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