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«Wiederaufbau war für mich Fälschung»

«Mein Blick ist unideologisch, weil es nicht meine Geschichte ist», sagt Regula Lüscher. Foto: Anne Schönhartig (Ostkreuz)

Sie haben früher Ärger und Erfolge mit roten Blitzen und Ausrufezeichen auf Ihren weissen Badezimmerkacheln festgehalten. Sind da jetzt, nach zehn Jahren im Amt als Senatsbaudirektorin, mehr Blitze oder mehr Ausrufezeichen?

Man entspannt sich auch selbst.

Wie schwer war der Anfang?

Wie wurden Sie aufgenommen?

Und was haben Sie nun von den Berlinern übernommen?

Was war in diesen zehn Jahren ­ das grösste Ärgernis, der schlimmste Blitz?

Die Sanierungskosten von einer Viertelmilliarde Euro wurden massiv überschritten, die Bauzeit verdoppelte sich.

Was war der grösste Erfolg?

Und das dritte?

Ein grosses Ausrufezeichen hat gerade Hamburg mit der Elbphilharmonie von Herzog & de Meuron gesetzt: Sie verleiht der Stadt ein modernes Gesicht, man nennt den Bau bereits einen ­Leuchtturm des 21. Jahrhunderts. Warum steht dieser Leuchtturm in Hamburg und nicht in Berlin?

Dennoch strahlen diese Bauten nicht weit über Berlin hinaus.

Der Leuchttürme wie die Elbphilharmonie verunmöglicht?

«Es existiert ein starkes Bedürfnis, gewisse Zeugen der Geschichte wieder räumlich und haptisch vor sich zu haben.»

Regula Lüscher

Vom neuen Flughafen, der nicht fertig wird, wollen wir nicht reden, weil er nicht in Ihrer Verantwortung liegt. Aber: Warum ist das Bauen in Berlin generell so schwierig?

In Berlin ist alles Bauen immer historisch überfrachtet: das preussische Erbe, die Bestände der Gründerzeit, die Nazizeit, die ­Verluste nach der Zerstörung 1945, die Zäsur der Teilung, die DDR- und die West-Berliner Moderne, das zeitgenössische Bauen nach der Wende. Diese Brüche machen Berlin für Touristen so interessant und gleichzeitig das Bauen so umstritten. In welchem Verhältnis sollten die historischen Schichten stehen?

Es heisst, dass Sie vor allem am Erhalt der DDR-Moderne und dem zeitgenössischen Bauen interessiert seien. Für den Wiederaufbau des preussischen Berlin, etwa des ­Stadtschlosses, hätten Sie dagegen wenig übrig. Stimmt das?

Berlin rekonstruiert ohne Ende.

Haben Sie als Schweizerin einen unbarmherzigeren Blick darauf?

Berlin sucht den Weg im richtigen Umgang mit seiner Geschichte. Ich kenne aber auch keine Stadt, die sich so selbstzerfleischend ihrer Geschichte stellt.

Regula Lüscher

Berlin ist eine Stadt, der seit dem Krieg die Mitte fehlt. Nun baut man dort teils das 18. Jahrhundert wieder auf. Findet man so eine neue Mitte?

Warum bauen die Weltstars unter den Architekten so selten in Berlin?

Warum?

Man sagt Ihnen Fachkenntnis, ­Hartnäckigkeit und das Talent nach, verschiedene Interessen zu ­moderieren. Dennoch: Wie haben Sie es ohne politische Hausmacht geschafft, drei Regierungswechsel zu überleben?

Erzählen Sie es uns.

Im Städtebau ist es ein bisschen wie beim Bau von Gärten: Erste Erfolge sieht man vielleicht nach zehn Jahren. Ist Kontinuität also grundsätzlich von Vorteil?

Wie sehen Sie nach zehn Jahren Berlin auf den Städtebau in Zürich zurück?

Wo ist es ein Nachteil?