Autobahnbrücke in Italien eingestürzt

Nach einem Murgang ist in der italienischen Region Ligurien ein Viadukt der Autobahn zwischen Savona und Turin kollabiert.

30 Meter Autobahn sind weg: A6 bei Savona. Video: Vigili del Fuoco

Ursache des Einsturzes könnte ein Erdrutsch sein, schrieb die Region Ligurien auf Twitter. Ein Video der Feuerwehr zeigte Fahrzeuge, die anscheinend dicht vor der Bruchstelle zum Stehen gekommen waren.

Die Autobahn A6 war zwischen Savona und Altare in Richtung Turin unterbrochen, aus Angst vor einem weiteren Einsturz wurde auch die Gegenfahrbahn gesperrt. Die Einsturzstelle liegt unweit der Abzweigung der A6 von der Küstenautobahn A10. Die A6 führt durch bergiges Gelände.

Auto stürzt in Fluss

Der Nordwesten Italiens wird seit Tagen von heftigen Regenfällen heimgesucht. In Teilen Liguriens und des Piemont galt gestern noch die höchste Alarmstufe Rot, sie wurde in Ligurien am Nachmittag allerdings auf Gelb zurückgestuft. In der Region waren ­gemäss Angaben der Regierung nach Murgängen 374 Menschen von der Aussenwelt abgeschnitten. 122 weitere hätten in Sicherheit gebracht werden müssen. Die Alarmstufe Rot galt am Sonntag auch für die südliche Region Kalabrien an der Fussspitze des italienischen Stiefels.

In Turin, der Hauptstadt des Piemont, wurde der Marathon abgesagt. Der Wasserstand des Po erreichte kritische Höhen. In Sezzadio südlich von Alessandria stürzte ein Auto in den Fluss Bormida. Eine der drei Insassen wurde inzwischen tot geborgen, schrieb die Feuerwehr. Im Aostatal schnitten Lawinen rund 1000 Bewohner ab, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete.

In Genua hatte es bereits am Samstag vor allem im Polcevera-Tal schwere Überschwemmungen gegeben. Dies ist der Teil der Stadt, in dem 2018 beim Einsturz einer Autobahnbrücke 43 Menschen ums Leben kamen.

In Südfrankreich kosteten die Unwetter mindestens zwei Menschen das Leben. Die Leiche eines etwa 50 Jahre alten Mannes wurde in einem Auto in Cabasse im Département Var gefunden. Ein zweiter Toter wurde in dem Ort Le Muy nordwestlich von Fréjus entdeckt. In Saint-Antonin-du-Var wurde zudem ein 77 Jahre alter Mann vermisst.

Zahlreiche Strassen in der Region sind gesperrt, zwischen der Ferienmetropole Nizza und der Hafenstadt Toulon fuhren zeitweilig keine Züge mehr. Innenminister Christophe Castaner besuchte gestern das Krisengebiet und sicherte Betroffenen Unterstützung zu.

Viel Wasser in der Schweiz

Im Tessin haben anhaltende Regenfälle zu einem Anstieg des Wasserspiegels im Luganersee geführt. Seit Freitag ist der Wasserspiegel des Luganersees um 25 Zentimeter gestiegen. Dies entspricht der Gefahrenstufe 3, also erheblicher Gefahr für Hochwasser, wie ein Vertreter des Amts für Wasserläufe des Kantons Tessin sagte. Für den Fluss Tresa, der vom Luganersee in den Lago Maggiore fliesst und die Schweiz von Italien trennt, galt gestern Gefahrenstufe 4 (grosse Hochwassergefahr).

In den Bergtälern des Tessins herrscht wegen der intensiven Schneefälle der letzten Tage zudem grosse Lawinengefahr (Stufe 4). Laut Meteo Schweiz fielen am Alpen­südhang von Freitag bis Sonntagmorgen zwischen 20 und 120 Zentimeter Neuschnee.

Auf der Alpennordseite hatte sich ein heftiger Föhnsturm schon in der Nacht auf Samstag bemerkbar gemacht. Am Morgen fegte der Föhn das Dach der Startbar beim Start der Lauberhornabfahrt weg, wirbelte am Zugersee Reklametafeln und eine mobile WC-Anlage herum und brachte ein Sportruderboot in Seenot. Die vier Ruderer konnten sich ans Ufer retten. (sda/red)

red/sda

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