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Wie sich Frankreich in Tunesien blamierte

Der Umsturz in Tunesien hat die Grenzen von Frankreichs Realpolitik aufgezeigt. Es gäbe allerdings eine Alternative zum Zynismus.

Grosser Katzenjammer über diese freundliche Vergangenheit: Nicolas Sarkozy und der damalige tunesische Präsident Ben Ali 2007 bei einem Treffen in Tunis.
Grosser Katzenjammer über diese freundliche Vergangenheit: Nicolas Sarkozy und der damalige tunesische Präsident Ben Ali 2007 bei einem Treffen in Tunis.
Reuters

Ein Desaster, ein totales Versagen. Je mehr man erfährt über Frankreichs Reflexe vor dem Sturz von Tunesiens Regime, desto peinlicher fällt die Bilanz aus für die Pariser Diplomatie. Bis zuletzt stützte Frankreich Zine al-Abidine Ben Ali – buchstäblich: Bis wenige Stunden vor der Flucht des «cher ami», dieses «lieben Freundes», wollte man ihm noch bei der Neutralisierung der Demonstranten helfen. Die Franzosen sahen das Ende nicht kommen. Mittlerweile ist bekannt, dass die USA der tunesischen Armee an jenem nunmehr historischen 14. Januar 2011 nahelegten, dem Diktator die Türe zu weisen, ihm ein kleines Zeitfenster für die Flucht zu öffnen. Ohne die Franzosen einzuweihen. Als dann Ben Ali schon im Flugzeug sass, richtete ihm das Elysée aus, auf französischem Boden sei er unerwünscht. In allerletzter Minute also. Der gestürzte Freund war schell in Ungnade gefallen.

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