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Wenn der Laptop zum Klapprechner wird

Der deutsche CSU-Politiker Peter Ramsauer ist eigentlich Verkehrsminister. Seine Leidenschaft gilt aber der Rettung der deutschen Sprache – mit teilweise skurrilen Ergebnissen. Heute zog er Bilanz.

Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat den Anglizismen in seinem Ministerium den Kampf angesagt. Deshalb gilt in seinem Haus ein striktes «Denglisch»-Verbot, also die Vermischung deutscher und englischer Begriffe. Die Benutzung von immer mehr englischen Begriffen auch in der Politik schliesse die Bevölkerung zu grossen Teilen aus, begründet Ramsauer seine Initiative. Der eigenwillige CSU-Politiker feiert sich nun als Pfleger der deutschen Sprache und zog heute im «Tagesspiegel» Bilanz.

Seine seit einem Jahr laufende Initiative zur Rückübersetzung von Anglizismen in die deutsche Sprache bezeichnete er als «Erfolg», den er seinen Kabinettskollegen zur Nachahmung empfehle. Auf Ramsauers Initiative hin werden seit einem Jahr englische Begriffe wie «Laptop», «Ticket» oder «Flipchart» im Verkehrsministerium nicht mehr verwendet. Stattdessen wird von «Klapprechnern», «Fahrscheinen» und «Tafelschreibblock» gesprochen. Mehr als 110 englische Begriffe aus dem täglichen Sprachgebrauch haben der Verkehrsminister und seine Beamten zusammengetragen und zurück ins Deutsche übersetzt.

Kampf gegen «Nöte und Probleme der Menschen»

Die Kampagne habe ihm «Tausende Zuschriften und Anrufe» auch aus der Bevölkerung einbracht, sagte Ramsauer, und zwar mit «100 Prozent Zustimmung». Die Einsicht daraus sei für ihn als Politiker: «Dem Volk aufs Maul geschaut! Und schon weiss ich, was die Nöte, Sorgen und Probleme der Menschen sind. Und vor allen Dingen, was ich zu tun habe, um Abhilfe zu schaffen.»

Ramsauer will seine Leidenschaft für die deutsche Sprache auch auf die Bahn AG ausdehnen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es auch in dem Konzern zu einer Rückübersetzung von englischen Begriffen kommen werde.

Der Verein Deutsche Sprache (VDS) begrüsst naturgemäss die Initiative von Ramsauer. Seit 1997 suchen die Sprachhüter des VDS nach deutschen Entsprechungen von Anglizismen. So ist der «Scanner» ein «Abtaster», der «Cheeseburger» ein «Käsehamburger» und der «Toast» ein «Röstbrot». Bisweilen erinnert die zwanghafte Eindeutschung englischstämmiger Begriffe an die Wortwitze in der untergegangenen DDR: «Surfen» hiess dort «Brettsegeln».

Welche Anglizismen sollten aus der deutschen Sprache verschwinden? Beispiele bitte unten eintragen!

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