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Weil du Jude bist

Ein jüdischer Junge in Berlin muss die Schule wechseln. Zu heftig wurden die Attacken auf ihn. Antisemitischer Alltag in der deutschen Hauptstadt.

Paul macht jetzt Karate. Einmal die Woche trainiert er schlagen, blocken, treten. Er will sich wehren können, wenn er angegriffen wird. Nie wieder, hat er sich vorgenommen, will er ein Opfer sein. Nie wieder möchte er um sein Leben fürchten.

Paul sitzt in der Küche seiner Familie in Berlin-Charlottenburg. Altbauwohnung, Parkett, hohe Decken, Kunst an den Wänden. Paul hat seinen Rucksack mit den Sportsachen auf dem Schoss, er rutscht hin und her. Gleich muss er los, zum Training. Wenn Paul erzählt, wie er zum Opfer wurde, sagt er oft «das». «Das» sei ganz schön krass gewesen, oder, ja, heute würde er «das» anders machen.

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