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VW fordert mehr Tempo beim Klimaschutz

Eben noch stand der deutsche Volkswagen-Konzern als Dieselbetrüger am Pranger, nun erfindet er sich als Vorreiter der Elektromobilität neu. Radikaler als alle anderen Autoriesen setzt VW für die Zukunft auf den Elektroantrieb. Man sehe zumindest für das kommende Jahrzehnt keine technische Alternative, heisst es in Wolfsburg. VW ist einer der drei grössten Autobauer der Welt, erreichte 2018 einen Umsatz von 235 Milliarden Euro, einen Gewinn von 12 Milliarden und beschäftigt 650'000 Arbeiter.

Um die verschärften EU-Ziele für den CO2-Ausstoss von Autos und Lastwagen bis 2030 zu erreichen, will VW allein in den nächsten vier Jahren 30 Milliarden Euro in die Elektromobilität investieren. Heute hat VW erst sechs batteriebetriebene Fahrzeuge im Angebot, bis 2028 sollen es 70 Typen sein – darunter bald auch schon kleine und relativ billige Einstiegsmodelle. Bis 2030 will VW zu mindestens 40 Prozent Elektrofahrzeuge verkaufen, bis 2050 soll das gesamte Unternehmen komplett klimaneutral wirtschaften. Heute fährt in Deutschland erst jedes fünfzigste Auto mit Strom.

Die VW-Chefs fordern deswegen die Regierung in Berlin zu mehr Tempo beim Klimaschutz auf. Man brauche Planungssicherheit bis 2030 und könne sich nicht mehr um die harten Entscheidungen herumdrücken wie im letzten Jahrzehnt, heisst es hinter vorgehaltener Hand.

Bei blossen Mahnungen belässt man es nicht mehr. Voreinigen Wochen hat VW-Chef Herbert Diess die Regierungmit einem detaillierten Forderungskatalog konfrontiert: Um Deutschland zu einem Vorreiter der Elektromobilität zu machen, brauche es massive staatliche Investitionen in die Ladeinfrastruktur, Unterstützung bei der Batteriezellfertigung, Subventionen für Elektroautokäufer, mehr sauberen Strom aus erneuerbaren Energien – und, wer weiss, vielleicht sogar kostenlosen Strom für kleine E-Autos.

Kurz nach einem Treffen mit Diess sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) bereits milliardenschwere Unterstützung zu. Die grüne Verkehrswende sei für die Zukunft der deutschen Autoindustrie von strategischer Bedeutung – mithin für die gesamte deutsche Industrie. Kritiker warnten hingegen davor, die Autoindustrie nun mit Milliardensubventionen zuzuschütten, nur weil diese endlich aus dem Klimaschutzschlaf aufgewacht sei. (de.)

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