Zum Hauptinhalt springen

US-Zerstörer legt in Georgien an

Die Lage in Georgien bleibt angespannt. Die USA haben ihre Präsenz verstärkt. Dabei kommen sie den Russen gefährlich nahe.

Die Amerikaner sind da: Der US-Zerstörer USS McFaul ankert vor Batumi.
Die Amerikaner sind da: Der US-Zerstörer USS McFaul ankert vor Batumi.
Keystone

Die USS McFaul ist im georgischen Schwarzmeer-Hafen Batumi eingetroffen. An Bord hatte der Zerstörer 70 Tonnen Nahrung, Hygieneartikel und Trinkwasser für georgische Flüchtlinge. Die Behörden erwarteten am Abend noch zwei US-Kriegsschiffe mit Hilfsgütern. Die Ankunft der US-Marine hat eine symbolische Bedeutung. «Es ist ein Zeichen, dass niemand Russland erlauben wird, sich in Georgien einzumischen», sagte der georgische Verteidigungsminister Davit Kezeraschwili.

Washington hatte sich bereits vorher hinter seinen bedrängten kaukasischen Verbündeten gestellt. Die Kriegsschiffe an der georgischen Küste sorgen nun für weitere Spannungen. Ursprünglich war geplant gewesen, dass die US-Boote nicht in Batumi, sondern in den 70 Kilometer nördlich gelegenen Hafen Poti einlaufen. Doch dort sitzen immer noch russische Soldaten – obwohl der Kreml am Freitag den Abzug seiner Truppen aus Kerngeorgien vermeldet hat. Russland hat auch nicht die Absicht, Poti zu räumen, erklärte der Vizechef des russischen Generalstabe. Mit der Blockade dieser wichtigen Hafenstadt versucht es offenbar, die georgische Wirtschaft zu lähmen.

Ein ähnliches Ziel hatten die Hintermänner eines Anschlags auf die Eisenbahnverbindung zwischen Ost- und Westgeorgien. Am Sonntag explodierte bei Gori ein Güterzug, der Ölprodukte aus Aserbaidschan ans Schwarze Meer hätte bringen sollen. Das georgische Innenministerium erklärte, die Komposition sei auf eine Mine aufgefahren, die russische Truppen angebracht hätten.

Sondergipfel der EU

Angespannt blieb die Lage auch an der diplomatischen Front. Westliche Regierungen protestierten gegen die andauernde russische Präsenz in Poti. Streit gab es auch um die Pufferzone, welche Russland zwischen Georgien und Südossetien angelegt hat. Die Pressedienste des russischen und des französischen Präsidenten lieferten sich einen Schlagabtausch: Die Staatschefs hätten sich per Telefon darauf geeinigt, die russischen Friedenssoldaten in der Pufferzone zu ersetzen, meldete Paris. In Zukunft sollen demnach Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) das Gebiet überwachen. Der Kreml dementierte allerdings eine Vereinbarung. Das Thema sei nicht diskutiert worden. Später erklärte der russische Aussenminister Sergei Lawrow, Russland sei bereit mit OSZE-Beobachtern «zusammenzuarbeiten». Nicolas Sarkozy hat derweil wegen der Georgien-Krise für den 1. September einen EU-Sondergipfel anberaumt. Dies hatten mehrere Mitgliedsstaaten gefordert.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch