UNO hofft auf den Klima-Durchbruch von Paris

Verbindliche CO2-Reduzierungen? Die UN-Mitgliedsstaaten billigen einen Vertragsentwurf. In Paris soll das Weltklimaabkommen folgen. Doch der Weg dahin ist steinig.

Hoffnung auf Paris: Aussenminister Laurent Fabius präsentiert das Logo zur Klimakonferenz 2015. (14. Januar 2015)

Hoffnung auf Paris: Aussenminister Laurent Fabius präsentiert das Logo zur Klimakonferenz 2015. (14. Januar 2015)

(Bild: Keystone)

Bei einer Arbeitstagung in Genf im Hinblick auf den Klimagipfel in Paris sind kaum substanzielle Fortschritte erzielt worden. In einem 86 Seiten umfassenden Entwurf - ursprünglich umfasste das Arbeitsdokument nur 38 Seiten – wurden praktisch alle Wünsche der mehr als 190 Teilnehmerstaaten berücksichtigt.

Die einwöchige Konferenz in Genf diente der Vorbereitung für einen globalen Klimavertrag, der Ende Jahr in Paris vereinbart werden soll. Die Chefin des UNO-Klimasekretariats, Christina Figueres, lobte zum Abschluss des siebentägigen Treffens den «konstruktiven Geist».

Nun liege erstmals ein offizieller Verhandlungstext für den Weltklimavertrag vor. Figueres räumte jedoch ein, dass der verabschiedete Text wegen seines Umfangs im Hinblick auf die zweiwöchige Vorbereitungskonferenz in Bonn vom Juni eine schwierige Verhandlungsbasis darstelle.

Die Delegation der Europäischen Union äusserte sich enttäuscht darüber, dass kein substanzieller Fortschritt erzielt wurde. «Wir haben eine Gelegenheit verpasst, um Grundsatzfragen zu klären», sagte die Presseverantwortliche der EU-Delegation, Ilze Pruse. Nun verblieben nur noch 289 Tage bis zur Pariser Konferenz. Es sei nun absolut notwendig, dass die Optionen, die auf dem Tisch lägen, verringert würden.

Minimalziel erreicht

Der Leiter der Schweizer Delegation, Franz Xaver Perrez, begrüsste, dass an der Sitzung in Genf immerhin das absolut notwendige Minimum erreicht worden sei, nämlich eine Vereinbarung über einen gemeinsamen Text. Aus seiner Sicht wäre es aber wünschenswert gewesen, dass die Verhandlungen in Genf weiter vorangekommen wären und der Text nicht nur die unterschiedlichen Sichtweisen, sondern auch den Beginn eines Konsens enthalten hätte.

Enttäuscht äusserten sich auch Klimaschützer. «Aus unserer Sicht war Genf nicht mehr als eine vertrauensbildende Massnahme, und wichtige zu lösende Fragen wurden vertagt», sagte Martin Kaiser von Greenpeace. Dazu zählten die Finanzierung von Klimaschutz und eine gerechte Verteilung der Klimaziele unter den Staaten.

Der Entwurf für Paris sei nun doppelt so lang wie das Vorläuferpapier, das im Dezember in Lima vereinbart wurde. Jan Kowalzig von Oxfam sieht für Paris eine grosse Gefahr, «dass Länder wie die USA oder China ein sehr schwaches Abkommen durchsetzen werden, weil die EU nicht in der Lage ist, starke Allianzen mit anderen Ländern zu schmieden».

spu/AFP

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