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Ukrainische Armee startet Offensive gegen Rebellen

Nach dem Ende der Waffenruhe in der Ostukraine flammen die Gefechte wieder auf. In Donezk kam es zu Schiessereien und heftigen Kämpfen um das Gebäude des Innenministeriums.

Ein Soldat kam ums Leben: Prorussische Seperatisten in der Nähe von Donezk.
Ein Soldat kam ums Leben: Prorussische Seperatisten in der Nähe von Donezk.
Keystone

Wenige Stunden nach Ablauf der Waffenruhe in der Ostukraine hat das ukrainische Militär heute seine Offensive gegen prorussische Separatisten wieder aufgenommen. Aus der Luft und zu Boden seien Stellungen der Aufständischen beschossen worden, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax einen Sprecher des Verteidigungsministeriums. Ein Soldat sei seit Montag getötet, 17 weitere seien verletzt worden. Informationen über Verluste der Rebellen gab es zunächst nicht.

Im Zentrum der ostukrainischen Millionenstadt Donezk gab es heute Nachmittag zudem Schiessereien. Unbekannte griffen den Angaben zufolge ein Polizeigebäude an und brachten nach stundenlangen Kämpfen den Komplex des Innennministeriums unter ihre Kontrolle. Augenzeugen berichteten von einem toten Polizisten in Zivilkleidung, der nahebei im Freien lag. Donezk ist die Hauptstadt einer der beiden Regionen in der Ostukraine, die prorussische Separatisten für unabhängig erklärt hatten.

«Wir stehen hier, haben Angst und zittern»

Das ukrainische Innenministerium teilte mit, ein Angriff der Rebellen sei abgewehrt worden, doch dies war offensichtlich nicht der Fall. «Ich fuhr in meinem Auto, als einige Leute mit Schnellfeuerwaffen auftauchten», sagte ein Anwohner. «Sie holten mich und meine Freundin aus dem Wagen und sagten 'Lauft weg von hier'». Er wisse nicht, wer gegen wen gekämpft habe. «Wir stehen hier, haben Angst und zittern», sagte er.

In Karlowka, einem Dorf 30 Kilometer nordwestlich von Donezk, berichteten Anwohner der Nachrichtenagentur AP, Rebellen und Regierungstruppen hätten sich am frühen Dienstagmorgen mit schwerem Geschütz von ihren jeweiligen Positionen diesseits und jenseits einer Brücke aus beschossen.

Am Montagabend hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko die einseitige Waffenruhe nach zehn Tagen für beendet erklärt und eine Wiederaufnahme der Offensive gegen die prorussischen Separatisten angekündigt. «Wir werden angreifen, wir werden unser Land befreien», erklärte er. «Die einzigartige Chance, einen Friedensplan umzusetzen, wurde nicht realisiert», hiess es in einem Manuskript einer Rede Poroschenkos an die Nation.

Beratungen in Brüssel

In Brüssel berieten Botschafter der 28 EU-Staaten am Dienstag über den Konflikt in der Ostukraine. Die Europäische Union hatte Russland aufgefordert, bis Montagabend zur Entspannung in dem Konflikt beizutragen. Andernfalls könnten weitere Wirtschaftssanktionen verhängt werden. Der Westen verdächtigt Russland, die Rebellen mit Waffen zu unterstützen und russische Bürger zum Kämpfen über die Grenze zur Ukraine zu lassen.

Die Diplomaten vereinbarten, die Vorbereitungen für neue Strafmassnahmen zu intensivieren, über die dann kommenden Montag entschieden werden könnte. Experten sollen unter anderem eine Liste derjenigen erstellen, die die Unruhen in der Ostukraine mitschüren und damit Ziel künftiger Sanktionen sein könnten, wie der Diplomat eines grösseren EU-Landes sagte.

(SDA)

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