Ukrainische Aktivistin stirbt nach Säureanschlag

Jekaterina Gandsjuk kritisierte korrupte Autoritäten in der Ukraine. Nun ist sie im Alter von 33 Jahren gestorben.

Drei Monate nach einem Säureangriff im Spital verstorben: Jekaterina Gandsjuk (Bild: Facebook/gandziukgate)

Drei Monate nach einem Säureangriff im Spital verstorben: Jekaterina Gandsjuk (Bild: Facebook/gandziukgate)

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Eine bekannte ukrainische Korruptionsbekämpferin ist drei Monate nach einem Säureanschlag ihren Verletzungen erlegen. Präsident Petro Poroschenko bestätigte am Sonntagabend den Tod von Jekaterina Gandsjuk in einem Spital in Kiew. Er forderte die Polizei auf, alles für eine Aufklärung des Falls zu tun.

Die 33-Jährige hatte in ihrer Heimatstadt Cherson am Schwarzen Meer Fälle von Korruption bei der Polizei öffentlich gemacht. Ende Juli wurde sie mit Schwefelsäure angegriffen und erlitt lebensgefährliche Hautverletzungen.

«Sehe besser aus, als ukrainische Justiz»

Aktivisten von Nichtregierungsorganisationen in der Ukraine beklagen seit längerem, dass Bedrohungen und Angriffe zunehmen, die Polizei sie aber nicht schütze. «Warum ermutigen wir Menschen zu sozialem Engagement, wenn wir sie dann nicht schützen?», fragte Gandsjuk selber in einer Videobotschaft wenige Wochen vor ihrem Tod.

Im selben Video sagte die vom Angriff schwer gezeichnete Aktivistin: «Ich weiss, dass ich jetzt schlecht aussehe. Aber zumindest werde ich behandelt. Und ich weiss definitiv, dass ich viel besser als die ukrainische Justiz aussehe. Denn diese behandelt niemand.»

«Angriffe auf Aktivisten der Zivilgesellschaft sind inakzeptabel. Die Verantwortlichen für dieses heimtückische Verbrechen müssen zur Rechenschaft gezogen werden», schrieb EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn auf Twitter.

Fünf Verdächtige

Ein Mann hatte Gandsjuk am 31. Juli vor ihrem Haus mit einem Liter Schwefelsäure überschüttet und war geflüchtet. Sie erlitt dadurch schwerste Verätzungen an mehr als 30 Prozent ihres Körpers und wurde seither im Spital behandelt.

Eigentlich habe ihre Heilung Fortschritte gemacht, wie BBC berichtete. Nun sei sie womöglich an einem Blutgerinnsel gestorben, meldet der Sender unter Berufung auf lokale Medien.

Im Zuge der Ermittlungen sind laut BBC bislang fünf mutmassliche Beteiligte in Gewahrsam genommen worden. Laut Aussage der ukrainischen Staatsanwaltschaft vom August sollen Separatisten im Süden der Ukraine an der Tat beteiligt gewesen sein, deren Ziel es sei, das Land zu destabilisieren. Unklar ist, ob der Angriff damit aufgeklärt ist. (nag/sda)

Erstellt: 05.11.2018, 11:05 Uhr

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