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Ukraine meldet weitere Kämpfe

Die ukrainische Armee dringt nach eigenen Angaben immer weiter nach Luhansk vor. Angela Merkel will derweil den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko am Samstag in Kiew treffen

Schwerste Kämpfe seit Wochen: Eine Familie trauert in Donezk um einen getöteten Verwandten. (7. November 2014)
Schwerste Kämpfe seit Wochen: Eine Familie trauert in Donezk um einen getöteten Verwandten. (7. November 2014)
AP Photo
Kämpfe in der Nähe des Flughafens von Donezk: Prorussische Separatisten schiessen. (7. Oktober 2014)
Kämpfe in der Nähe des Flughafens von Donezk: Prorussische Separatisten schiessen. (7. Oktober 2014)
Keystone
Putzen für den Kampf: Mitglieder des pro-ukrainischen Donbass-Freiwilligenbataillons beim Reinigen ihrer Waffen. (3. August 2014)
Putzen für den Kampf: Mitglieder des pro-ukrainischen Donbass-Freiwilligenbataillons beim Reinigen ihrer Waffen. (3. August 2014)
ANATOLII STEPANOW, AFP
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Die ukrainische Armee dringt nach Angaben eines Militärsprechers immer weiter in die Provinzmetropole Luhansk im Osten des Landes vor. Ein Armeesprecher sagte in Kiew, die Regierungssoldaten hätten einen Stadtteil eingenommen, im Stadtzentrum werde weiter gekämpft.

Die prorussischen Rebellen hatten den Ort nahe der russischen Grenze im April in ihre Gewalt gebracht. Wegen der anhaltenden Kämpfe fliehen derzeit etwa 500 Menschen pro Tag aus der Stadt, die vor Beginn des Konflikts rund 400'000 Einwohner hatte.

Gestern war ein Flüchtlingskonvoi in einen Raketenangriff geraten. Dabei kamen nach Angaben des ukrainischen Militärs Dutzende Menschen ums Leben. Der Armeesprecher sagte, wegen der neuen Kämpfe sei die Bergung der Opfer unterbrochen worden. Bisher wurden nach ukrainischen Angaben 15 Tote gefunden.

Die Armee und die Rebellen machen sich gegenseitig für die Attacke auf den Bus-Konvoi verantwortlich, für die es allerdings keine Bestätigung von unabhängiger Seite gibt. Das US-Aussenministerium verurteilte die Tat, konnte aber nicht sagen, wer dafür verantwortlich war.

Merkel reist nach Kiew

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel reist an diesem Samstag zu ihrem ersten Besuch seit Ausbruch der Ukraine-Krise nach Kiew. Neben einem ausführlichen Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko sei ein Gespräch mit Ministerpräsident Arseni Jazenjuk geplant, teilte Merkels Sprecher in Berlin mit.

Voraussichtlich werde es auch einen Gedankenaustausch mit Bürgermeistern ukrainischer Städte geben. Im Zentrum werde die Lage in der Ukraine und das Verhältnis zu Russland stehen. Zudem werde es um konkrete Möglichkeiten zur Unterstützung der Ukraine gehen. Poroschenko hatte Merkel in einem früheren Telefonat zu dem Besuch eingeladen.

Die deutsche Regierung bemüht sich zusammen mit anderen westlichen Staaten um einen Waffenstillstand zwischen prorussischen Separatisten und Regierungstruppen sowie um eine wirksame Kontrolle der Grenze zu Russland. Die Aussenminister der Ukraine und Russlands wollten noch im Laufe des Tages über eine Fortsetzung ihrer Krisengespräche entscheiden.

Putin droht dem Westen

Der russische Präsident Wladimir Putin bereitet derweil Vergeltungsmassnahmen für den Fall neuer Wirtschaftssanktionen des Westens vor. «Es werden verschiedene Optionen vorbereitet», sagte Putins Sprecher Dimitri Peskow in Moskau.

Russland sei zwar kein Freund von Sanktionen und initiiere auch keine. «Aber für den Fall, dass unsere Partner ihre unkonstruktiven und sogar zerstörerischen Praktiken fortsetzen, werden zusätzliche Massnahmen ausgearbeitet», sagte Peskow. Das Ausmass der Sanktionen hänge von den Schritten des Westens ab.

Die russische Regierung erwägt, die Einfuhr westlicher Fahrzeuge teilweise oder vollständig zu stoppen, wie die Zeitung «Vedomosti» gestern berichtet hatte. Der russische Pkw-Markt ist fast so gross wie der deutsche und galt lange Zeit als Hoffnungsträger in Europa.

SDA/ajk

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