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Türkische Extremistengruppe zieht Bekenntnis zu Anschlag zurück

Die verbotene Partei DHKP-C will doch nicht für den Anschlag im Touristenviertel Istanbuls verantwortlich sein. Schuld am falschen Bekennerschreiben seien «technische Probleme».

Eine linksradikale Untergrundgruppe, die sich zu einem Selbstmordanschlag in Istanbul bekannt hatte, hat ihr Bekenntnis wieder zurückgezogen. Die verbotene Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) erklärte, der Anschlag am Dienstag im Touristenviertel Sultanahmet sei nicht von ihr verübt worden. Die Gruppe ziehe ihr Bekenntnis zurück und entschuldige sich bei ihren Mitgliedern und Anhängern. Die DHKP-C machte «technische Probleme» für den Fehler verantwortlich.

Demnach kam es zu dem Missverständnis, weil die Mitglieder der Gruppe ihre Kommunikation untereinander aus Sicherheitsgründen auf ein Minimum beschränken müssten. Laut der DHKP-C bereitete die Gruppe in dem Viertel, wo die Frau sich in die Luft gesprengt hatte, ebenfalls einen Angriff vor.

Ein toter Polizist

Bei dem Anschlag am Dienstag hatte eine Frau einen Polizisten mit in den Tod gerissen. In ihrem Bekennerschreiben von Mittwoch hatte die DHKP-C die Tat unter anderem als Vergeltung dafür bezeichnet, dass vier frühere Minister der islamisch-konservativen Regierung von Recep Tayyip Erdogan in einem Korruptionsverfahren freigesprochen wurden.

Es tauchten aber Zweifel an der Darstellung der DHKP-C auf, als die Mutter der als Attentäterin genannten Frau die Tote nicht als ihre Tochter identifizierte. Laut der Nachrichtenagentur DHA handelte es sich in Wahrheit um eine Frau aus der russischen Kaukasusregion Dagestan. Nach Behördenangaben reiste die Täterin vor sieben Monaten als Touristin in die Türkei ein. Die Ermittlungen sollen klären, ob sie Verbindungen zum dem Terrornetzwerk al-Qaida hatte.

AFP/rar

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