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Türkei begleitet Gaza-Flotten mit Kriegsschiffen

Die Türkei will Hilfslieferungen aus dem eigenen Land in den abgeriegelten Gazastreifen mit Kriegsschiffen eskortieren. Zudem rief ein Minister zum Boykott von israelischen Güter auf.

Verschärft den Ton im Konflikt mit Israel: Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan.
Verschärft den Ton im Konflikt mit Israel: Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan.
Keystone

Der Konflikt zwischen der Türkei und Israel spitzt sich zu. Ministerpräsident Tayyip Erdogan kündigte an, türkische Hilfstransporte in den Gazastreifen mit Kriegsschiffen zu begleiten. Zudem habe sein Land Schritte unternommen, um eine einseitige Ausbeutung natürlicher Ressourcen durch Israel im östlichen Mittelmeer zu unterbinden.

Erstmals hat auch ein Minister der türkischen Regierung die Bevölkerung aufgerufen, israelische Importe zu boykottieren. Türkische Bauern sollten kein Saatgut aus Israel mehr kaufen, sagte Landwirtschaftsminister Mehdi Eker nach einer Meldung des türkischen Nachrichtensenders NTV vom Donnerstag. Offenbar gibt es jedoch keinen Konsens innerhalb des türkischen Kabinetts in der Frage eines Boykotts.

Güter für 855 Millionen Euro importiert

Vor wenigen Tagen hatte Wirtschaftsminister Zafer Caglayan erklärt, die Handelsbeziehungen zu Israel blieben trotz der jüngsten Spannungen zwischen beiden Ländern vorerst unangetastet. Eine Äusserung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan über ein Einfrieren der Handelsbeziehungen wurde vom Ministerpräsidentenamt korrigiert.

Die Türkei hat in den ersten sieben Monaten des Jahres Waren im Wert von knapp 1,1 Milliarden Euro nach Israel exportiert und Güter für 855 Millionen Euro aus dem jüdischen Staat eingeführt.

Neun türkische Aktivisten getötet

Hintergrund des Streites zwischen Israel und der Türkei ist ein Einsatz der israelischen Armee im vergangenen Jahr, bei dem neun türkische Aktivisten getötet wurden. Sie wollten die Seeblockade gegen den Gazastreifen durchbrechen. Die Türkei kappte unlängst Rüstungskontakte und wies den israelischen Botschafter aus. Der Streit flammte erneut auf, als ein UNO-Bericht Israel beim Angriff auf das Schiff unverhältnismässige Gewalt vorwarf.

Die Seeblockade wurde allerdings als rechtmässig bezeichnet. Israel lehnt eine Entschuldigung für den Einsatz ebenso ab wie die türkische Forderung, die Angehörigen der Opfer finanziell zu entschädigen. Israel begründet die Blockade damit, es wolle den Waffenschmuggel in das palästinensische Gebiet verhindern.

SDA/pbe

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