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Tschechien stoppt Verkauf von hochprozentigem Alkohol

In Tschechien sind mindestens 19 Menschen wegen gepanschtem Alkohol gestorben. Ärzte im ganzen Land melden neue Verdachtsfälle. Nun reagiert der Gesundheitsminister.

Möglicherweise mit Methanol gepanscht: Ein Ladenbesitzer räumt das Hochprozentige weg. (14. September 2012)
Möglicherweise mit Methanol gepanscht: Ein Ladenbesitzer räumt das Hochprozentige weg. (14. September 2012)
Reuters

Tschechien hat nach dem Tod von mindestens 19 Menschen den Verkauf hochprozentiger Alkoholgetränke im ganzen Land gestoppt. Die Opfer hatten mit dem hochgiftigen Methanol gepanschten Wodka oder Rum getrunken, die aufgrund krimineller Machenschaften in die Geschäfte gelangt waren.

Gesundheitsminister Leos Heger gab das Verbot am Freitag im Fernsehen bekannt. Es gilt demnach bis auf weiteres für alle Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20 Volumenprozent. Wenige Milliliter Methanol reichen für eine Vergiftung mit Übelkeit und Sehstörungen bis hin zu Erblindung oder Tod.

Gefälschten Fusel sichergestellt

Die Zahl der bestätigten Todesfälle durch Methanol-Vergiftungen war zuvor nach Labor-Untersuchungen auf 19 gestiegen. Ärzte im ganzen Land meldeten neue Verdachtsfälle. Erstmals wurde ein Mann in der Touristenhochburg Prag ins Krankenhaus eingeliefert. Der Zustand des 30-Jährigen gilt laut Agenturmeldungen als sehr kritisch.

Die Polizei nahm 17 Verdächtige fest, suchte aber weiter fieberhaft nach den Hintermännern und Giftmischern. Bei einer Razzia im südmährischen Zlin stellten die Beamten rund 500 Wodka-, Rum- und Obstbrandflaschen mit gefälschten Marken-Etiketten sicher. In Proben wurde ein hoher Methanol-Gehalt festgestellt.

SDA/kle

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