SVP-Werber plant Revolverblatt für AfD

Mit einer Boulevardzeitung will ein anonymer Gönnerverein auf Wählerfang für die deutsche Rechtspartei AfD – mit an Bord ist auch der Schweizer Werber Alexander Segert.

Eine Abonnements-Zeitung ist in Planung: Auf dem AfD-Landesparteitag hängt ein Logo der Partei Alternative für Deutschland (AfD). (9. Juli 2017)

Eine Abonnements-Zeitung ist in Planung: Auf dem AfD-Landesparteitag hängt ein Logo der Partei Alternative für Deutschland (AfD). (9. Juli 2017)

(Bild: Keystone Stefan Sauer)

Der durch Spenden finanzierte «Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten» plant eine Boulevardzeitung für die deutsche Rechtspartei AfD. Gemäss der «NZZ am Sonntag» ist auch Alexander Segert daran beteiligt. Der Werber ist als Urheber verschiedener umstrittener SVP-Kampagnen bekannt.

Aus dem Umfeld des Gönnervereins sei durchgesickert, dass die Abonnements-Zeitung «Deutschland-Kurier» heissen und mit einer Auflage von 200'000 Exemplaren in Berlin starten werde. Später soll das Blatt auch in anderen Grossstädten erhältlich sein. Unter anderen soll Peter Bartels als Kolumnist gewonnen werden. Der Ex-«Bild»-Chefredaktor schreibt derzeit für eine islamfeindliche Internetzeitung.

Segert und die AfD

Einmal mehr soll sich die in Dübendorf beheimatete PR-Agentur Goal des SVP-nahen Politwerbers Segert als Steigbügelhalter für die AfD betätigen. Laut «NZZ am Sonntag» soll der 54-jährige Deutsche, der 1985 in die Schweiz zog, für Gestaltung, Grafik, Satz und Organisatorisches zuständig sein. Segert habe schon mehrfach mit dem AfD-Gönnerverein zusammengearbeitet.

Bereits Anfang Juni berichtete der «Spiegel», dass Segerts PR-Agentur der AfD Wahlkampfhilfe leistete. Das Magazin will über Informationen verfügen, die eine konkrete Zahlung an AfD-Spitzenpolitiker Marcus Pretzell nachweisen.

Nach ihrem Höhenflug im letzten Jahr kämpft die AfD 2017 um Stimmen. In den jüngsten Umfragen belegt die rechtspopulistische Partei den letzten Platz: Nur noch 6,5 bis 9 Prozent der deutschen Wählerinnen und Wähler sehen ihre Positionen durch die AfD vertreten. Die Unterstützung aus der Schweiz könne die Zeitung auf jeden Fall gebrauchen, schreibt die «NZZ».

nag

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