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Stellt sich der Papst Missbrauchsopfern?

Benedikt XVI. will auf Malta den 1950. Jahrestag der Strandung des Apostels Paulus auf der Insel feiern. Doch der Missbrauchsskandal der Kirche trübt die Feierlaune.

In der Kritik wegen des Missbrauchsskandals: Papst Benedikt XVI.
In der Kritik wegen des Missbrauchsskandals: Papst Benedikt XVI.
Keystone

Papst Benedikt XVI. ist am Samstag zu einem zweitägigen Besuch in der Inselrepublik Malta eingetroffen. Überschattet vom Missbrauchsskandal, der seit Monaten die katholische Kirche erschüttert, hat die erste Auslandsreise Benedikts in diesem Jahr einen kirchlichen Anlass. So will der Papst den 1950. Jahrestag der Strandung des Apostels Paulus auf der Insel begehen. «Malta hat viel zu so verschiedenen Fragen wie Toleranz, Gegenseitigkeit, Immigration und anderen, für die Zukunft dieses Kontinents entscheidenden Themen beizutragen», sagte Benedikt bei seiner Ankunft.

So solle das Land weiter «für die Unauflöslichkeit der Ehe als natürliche und sakramentale Institution sowie für die wahre Natur der Familie eintreten». Auf Malta ist Scheidung bis heute gesetzlich nicht geregelt und damit illegal. Auf die Debatte um den Missbrauchsskandal ging Benedikt hingegen nicht ein.

Treffen ist noch offen

Erst am Vortag hatte eine Gruppe maltesischer Missbrauchsopfer mitgeteilt, dass sie im kommenden Juni in Rom mit Monsignore Charles Scicluna zusammentreffen werden. Scicluna beschäftigt sich als «Chefanwalt» der Glaubenskongregation mit den Missbrauchsfällen. Noch offen war, ob auch Benedikt am Wochenende mit maltesischen Menschen zusammenkommen werde, die Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester geworden waren.

Der Malta-Besuch ist der erste des 83 Jahre alten Kirchenoberhauptes. Am Sonntagabend wird er in Rom zurückerwartet. Malta und die Nachbarinsel Gozo gelten als erzkatholisch, rund 95 Prozent der Bevölkerung der Inselrepublik sind Katholiken.

SDA/vin

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