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Steinmeier zieht sich für Nierenspende zurück

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hört vorübergehend mit der Politik auf. Er wird seiner erkrankten Frau eine Niere spenden.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier spendet seiner Frau eine Niere. Video: Reuters

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier wird das politische Berlin für einige Wochen verlassen, weil er seiner kranken Frau Elke Büdenbender eine Niere spendet. Das teilte Steinmeier am Montag in Berlin mit.

«Eine akute Zuspitzung ergab sich erst in den letzten Wochen und wir haben nach anderen Therapien gesucht, die nicht zur Verfügung standen», sagte Steinmeier. Wegen der langen Wartezeiten für ein Spenderorgan habe er sich entschieden, seine eigene Niere zu spenden. «Das wird bedeuten, dass ich mich heute Mittag in ärztliche Obhut begeben werde. Die Operationen für die Organverpflanzung werden dann im Verlauf dieser Woche stattfinden», sagte Steinmeier. Er rechne damit, dass er im Oktober wieder zurückkomme.

Comeback in alter Frische angekündigt

Die Amtsgeschäfte als Fraktionsvorsitzender soll bis zu seiner Rückkehr Finanzexperte Joachim Poss übernehmen. Die Führungen von Fraktion und Partei habe er von seinem Entschluss unterrichtet. Auch der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel sei informiert.

Er sei zuversichtlich, dass die Operationen ohne Probleme verlaufen werde. «Die ärztliche Expertise, die ich zu Rate gezogen habe, sagt, dass es da keine Beeinträchtigung geben wird. Ich gehe davon aus, dass Sie mich in alter Frische wiedersehen werden», sagte der einstige Aussenminister.

Verheiratet seit 1995

Steinmeier und Büdenbender sind seit 1995 verheiratet und haben eine gemeinsame Tochter, die im Frühjahr 1996 geboren wurde. Kennengelernt haben sich beide 1988 an der Universität in Giessen, wie Steinmeier auf seiner Internet-Seite mitteilt. Büdenbender ist Richterin am Berliner Verwaltungsgericht mit dem Fachgebiet Sozialrecht.

«Elke hatte nach einer Ausbildung zur Industriekauffrau ihr Abitur auf dem Kolleg nachgeholt und sich durchgebissen bis zum Studium», schreibt Steinmeier auf seiner Webseite. «Zusammen gingen wir nach Hannover, wo sie ihr Referendariat begann.» Ironischerweise sei seine Frau dann sogar früher als er in Berührung mit der Aussenpolitik gekommen. «Als Referendarin absolvierte sie ein Praktikum bei der Deutschen Botschaft in Washington und wurde rasch zur Expertin für amerikanische Innenpolitik - mit kritischem Blick auf die sozialen Defizite der US-Gesellschaft».

Oft im Kino

Auf der Homepage betont Steinmeier ausdrücklich seine Familienbindung. «Meine Mitarbeiter wissen schon, dass ich alles versuche, um wenigstens einmal in der Woche bei meiner Familie zu sein. Dann gehe ich oft mit meiner Tochter ins Kino».

(AFP)

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