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«Verliert Erdogan, muss er das Land verlassen»

Vier Tage vor der Wahl ist die Türkei gespalten. Doch auch Erdogans Gegner fürchten sich vor dem, was da kommen könnte. Eine Reportage.

Wahlkampf in der Türkei: Präsident Erdogan ist auf allen Kanälen, die Opposition wird meist kurz abgefertigt. Foto: Murad Sezer (Reuters)
Wahlkampf in der Türkei: Präsident Erdogan ist auf allen Kanälen, die Opposition wird meist kurz abgefertigt. Foto: Murad Sezer (Reuters)

Sie nimmt ihr Handy vom Terrassentisch, steht auf, bringt es ins Haus, geht dann doch wieder rein, holt das Telefon, legt es neben den Teller, fast schon trotzig. Schaut auf den Bosporus, in die Abendsonne, auf die Lichter, die mit den Wellen tanzen. Was solls.

Sie ist Unternehmerin, wohlhabend, neben ihr sitzt ein Unternehmer, sehr wohlhabend, und noch ein paar Gäste. «Ich habe sehr von Erdogan profitiert», sagt die Unternehmerin, aber jetzt habe er alles ruiniert. Nicht ihr Geschäft, noch nicht, aber so viele andere. Wer ein Unternehmen so führe wie der türkische Präsident das Land, der müsse scheitern. An einem Morgen falle ihm ein, die Türkei brauche dies oder jenes nicht mehr, dann schaffe er es ab. Sie schaut aufs Telefon. Soll er doch mithören.

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