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Spanien will Burka verbieten

Nach Belgien und Frankreich will auch Spanien den Vollschleier verbieten. Eine hauchdünne Mehrheit sprach sich für den Antrag der Opposition aus.

Bald schon untersagt: Eine marokkanische Frau in Madrid.
Bald schon untersagt: Eine marokkanische Frau in Madrid.
Keystone

Das Tragen von Vollschleiern in der Öffentlichkeit soll in Spanien verboten werden. Mit einer Mehrheit von nur zwei Stimmen votierte der Senat (Oberhaus) am Mittwoch in Madrid überraschend für einen entsprechenden Antrag der oppositionellen Volkspartei (PP). Burka und Nikab grundsätzlich seien diskriminierend und verletzten die Würde der Frau, argumentierten die Konservativen.

Der Antrag der PP galt eigentlich als chancenlos, in letzter Minute fand er aber die Unterstützung der gemässigten katalanischen Nationalisten (CiU) und einer weiteren kleinen Partei. Für das Verbot sprachen sich somit 131 Senatoren aus, 129 votierten dagegen. Zu den Gegnern eines Banns zählte etwa die Sozialistische Partei (PSOE) von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero. Dessen Regierung muss nun aber ein entsprechendes Gesetz ausarbeiten.

Viele muslimische Einwanderer

In den vergangenen Wochen hatten bereits mehrere Städte Kataloniens, darunter auch Barcelona, das Tragen von Vollschleiern in öffentlichen Einrichtungen untersagt. Kritiker halten ein solches Verbot für unnötig, da Frauen in Burka oder Nikab auf Spaniens Strassen eher eine Seltenheit seien.

Dennoch war in Katalonien eine hitzige Debatte darüber entbrannt. Dies hängt auch damit zusammen, dass es in Spaniens wirtschaftsstärksten Region viele muslimische Einwanderer gibt und dort im Herbst Wahlen anstehen. Im ganzen Land gibt es rund 2,2 Millionen Muslime.

SDA/jak

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