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Snowden will in Russland bleiben

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat um eine Verlängerung seines Asyls in Russland gebeten.

Sieht momentan offenbar keine Alternative zu Russland: Edward Snowden. (Archivbild)
Sieht momentan offenbar keine Alternative zu Russland: Edward Snowden. (Archivbild)
Reuters

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat nach Angaben seines Moskauer Anwalts um eine Verlängerung seines Asyls in Russland gebeten. Alle nötigen Dokumente seien eingereicht worden, sagte der Jurist Anatoli Kutscherena der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

Damit haben die Spekulationen über eine mögliche Weiterreise Snowdens vorerst ein Ende. Snowden war zuletzt von Medien mit den Worten zitiert worden, nach Ablauf seines Asyls in Russland wolle er nach Brasilien umsiedeln.

Die russische Einwanderungsbehörde hat bereits eine mögliche Verlängerung der Ende Juli auslaufenden Erlaubnis signalisiert. «Er hat sich nichts zuschulden kommen lassen, und seine Fluchtgründe sind unverändert», hatte Sprecher Wladimir Woloch gesagt.

Der Kreml hatte stets betont, Snowden «in nichts einzuschränken». Auch einer Befragung durch deutsche Politiker in Russland stehe nichts im Weg, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, einmal.

Snowden halte sich an die Bedingung Putins, dass er von Russland aus nichts tun dürfe, um den USA zu schaden. Die Enthüllungen über US-Spähaktionen gegen deutsche Politiker stammen demnach aus Dokumenten, die der Informant bereits vor seiner Ankunft in Moskau Journalisten zur Auswertung übergeben hatte.

Seit einem Jahr in Russland

Der 31-Jährige, der die Überwachungspraktiken des US-Geheimdiensts NSA enthüllt hatte, lebt an einem geheimen Ort in Moskau. Er war am 23. Juni 2013 aus Hongkong kommend in Moskau gelandet und hielt sich wochenlang in der Transitzone des Flughafens Scheremetjewo auf, bevor er vorläufiges Asyl erhielt.

Der IT-Experte habe seitdem Arbeitsangebote russischer Unternehmen erhalten, sagte sein Anwalt Kutscherena. «Er lebt von dem Geld, das er hatte. Das reicht selbstverständlich nicht für einen hohen Lebensstandard», sagte der Anwalt.

Die USA fordern Snowdens Auslieferung wegen Geheimnisverrats. Russland lehnt eine Abschiebung ab. Im Streit um Snowden hatte US-Präsident Barack Obama 2013 ein Treffen mit Putin abgesagt.

AFP/sda/AP/cpm

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