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Snowden darf weitere drei Jahre bleiben

Edward Snowden darf in Russland bleiben: Der Kreml gewährt dem Whistleblower für drei Jahre eine Aufenthaltsgenehmigung. «Er hat Arbeit und führt ein bescheidenes Leben», sagt sein Anwalt Anatoli Kutschera.

Erhielt eine Aufenthaltsgenehmigung für weitere drei Jahre: Edward Snowden bei einer Videokonferenz mit Europaabgeordneten. (24. Juni 2014)
Erhielt eine Aufenthaltsgenehmigung für weitere drei Jahre: Edward Snowden bei einer Videokonferenz mit Europaabgeordneten. (24. Juni 2014)
Frederick Florin, AFP
Zeigt sich in der Öffentlichkeit: Edward Snowden während einer Bootsfahrt auf der Moskwa. (September 2013)
Zeigt sich in der Öffentlichkeit: Edward Snowden während einer Bootsfahrt auf der Moskwa. (September 2013)
AP Photo/LifeNews/Rossia 24 TV
Snowden hatte sich während seines Aufenthalts in der Transitzone des Flughafens Scheremetjewo nur einmal gezeigt: Vor Vertretern von Menschenrechtsorganisationen und Anwälten gab er ein Statement ab und beantwortete einige Fragen. (12. Juli 2013)
Snowden hatte sich während seines Aufenthalts in der Transitzone des Flughafens Scheremetjewo nur einmal gezeigt: Vor Vertretern von Menschenrechtsorganisationen und Anwälten gab er ein Statement ab und beantwortete einige Fragen. (12. Juli 2013)
Tanya Lokshina/Human Rights Watch
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Russland hat dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre erteilt. Das sagte Snowdens Anwalt Anatoli Kutschera in Moskau. Snowden könne sich in Russland frei bewegen.

Zudem dürfe der 31-Jährige ins Ausland reisen – aber nicht länger als für drei Monate. «Er hat Arbeit und führt ein bescheidenes Leben», betonte Kutschera. Snowden lebe von seinem Gehalt und den Privatspenden, die auf seinem Konto eingingen. Der IT-Experte lerne aktiv die russische Sprache.

«Es war meine Idee, die Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen, denn das zeitweilige Asyl hätte eine alljährliche Verlängerung nötig gemacht», sagte Kutschera. Die Genehmigung könne erneut um drei Jahre verlängert werden.

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter könne nach fünf Jahren Aufenthalt die russische Staatsbürgerschaft beantragen. «Ich gehe davon aus, dass noch mehr Snowdens kommen - weil vielen Menschen die weltweite Spionage der USA missfällt», sagte Kutschera.

Wo genau in Russland sich Snowden aufhält, ist unklar. Es wird gemutmasst, dass Snowden unter der Beobachtung der russischen Geheimdienste steht. Kutschera sagte, Snowden arbeite im Bereich der Informationstechnologie. Er gab allerdings keinen Hinweis, wo Snowden genau arbeitet. Er teilte zudem mit, dass Snowden von einem privaten Wachservice beschützt werde.

Überwachungspraktiken enthüllt

Snowden hatte die Überwachungspraktiken des US-Geheimdienstes NSA enthüllt und lebt seit Juni 2013 an einem geheimen Ort in Moskau. Die russischen Behörden hatten Snowden am 1. August 2013 ein auf ein Jahr befristetes Asyl gewährt.

Die USA fordern seine Auslieferung wegen Geheimnisverrats. Russland lehnt eine Abschiebung ab. US-Präsident Barack Obama hatte 2013 im Streit um Snowden ein Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin abgesagt.

Obwohl Snowdens Enthüllungen eine weltweite Debatte über Freiheit und Datenschutz auslösten, war kein Land bereit, ihm Asyl zu gewähren. Anfang Juli beantragte Snowden daher über seinen Anwalt die Verlängerung seines Asyls in Russland.

SDA/AP/mrs

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