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Sitzen Schlepper und Helfer im selben Boot?

Wegen «Beihilfe zur illegalen Migration» wurde das Schiff Iuventa beschlagnahmt. Heute haben die Behörden nach eigenen Angaben Beweismaterial veröffentlicht.

Flüchtlingshelfer im Mittelmeer sollen sich mit Schleusern abgesprochen haben. Das wirft die italienische Justiz der deutschen Hilfsorganisation Jugend Rettet vor. Wegen «Beihilfe zur illegalen Migration» wurde gestern ihr Schiff Iuventa beschlagnahmt.

«Es ist bewiesen, dass die Iuventa – auch wenn sie in einigen Fällen Menschenleben rettet – in mehreren Fällen (…) Flüchtlinge ohne unmittelbare Lebensgefahr nicht rettet, sondern von den Schleppern übernimmt», zitiert «La Repubblica» den Staatsanwalt Ambrogio Cartosio. «Sie (die Flüchtlinge) werden von den Schleusern eskortiert und unweit der libyschen Küste der Besatzung der Iuventa übergeben.»

Das Schiff Iuventa vor der libyschen Küste. (Bild: AFP)
Das Schiff Iuventa vor der libyschen Küste. (Bild: AFP)

Mindestens dreimal soll dies geschehen sein, berichtet der «Corriere della Sera». Veröffentlichte Fotos sollen die «Übergaben» von Flüchtlingen belegen. Wie es im Artikel weiter heisst, soll die Hilfscrew danach sogar die Flüchtlingsboote den Schleppern an die libysche Küste zurückgebracht haben.

Verhaltenskodex abgelehnt

Jugend Rettet hat laut «Focus online» noch keine Stellung zu den Vorwürfen genommen. «Wir wollen keine Spekulationen abgeben», teilte die Organisation jedoch auf Twitter mit.

Jugend Rettet und andere Nichtregierungsorganisationen lehnen den von Italien verlangten neuen Verhaltenskodex ab, mit dem Italien die Zahl der ankommenden Flüchtlinge verringern will. Ein entsprechender Regelkatalog wurde nicht unterzeichnet. Der Grund: Das Retten von Menschen stehe nicht an erster Stelle.

Roms Regeln sehen vor, dass bewaffnete Polizisten an Bord von Rettungsschiffen mitgenommen werden. Ausserdem dürfen demnach auf hoher See in Sicherheit gebrachte Flüchtlinge nicht von einem Schiff auf ein anderes transferiert werden.

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