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Separatisten lassen einen Beobachter frei

Die Separatisten in der Ostukraine haben einen der acht Militärbeobachter freigelassen. Beim Mann handelt es sich um einen Schweden. Über die übrigen Beobachter wird weiter verhandelt.

Sturm auf weitere Verwaltungsgebäude in der Ostukraine: Prorussische Separatisten in Lugansk.
Sturm auf weitere Verwaltungsgebäude in der Ostukraine: Prorussische Separatisten in Lugansk.
Reuters
Bietet die festgehaltenen Militärbeobachter, wenn die EU ihre neuen Sanktionen zurücknimmt: Der selbsternannte Bürgermeister von Slowjansk Wacheslaw Ponomarew. (28. April 2014)
Bietet die festgehaltenen Militärbeobachter, wenn die EU ihre neuen Sanktionen zurücknimmt: Der selbsternannte Bürgermeister von Slowjansk Wacheslaw Ponomarew. (28. April 2014)
Alexander Zemlianichenko, Keystone
Die Nato verstärkt wegen der Ukraine-Krise ihre Präsenz an der Ostgrenze: Die ersten amerikanischen Soldaten treffen im polnischen Swidwin ein. (23. April 2014)
Die Nato verstärkt wegen der Ukraine-Krise ihre Präsenz an der Ostgrenze: Die ersten amerikanischen Soldaten treffen im polnischen Swidwin ein. (23. April 2014)
Janek Skarzynski, AFP
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Kremltreue Aufständische in der Ostukraine halten weiter sieben OSZE-Beobachter gefangen. Die Separatisten liessen zwar einen schwedischen Offizier aus gesundheitlichen Gründen frei. Über die übrigen Militärbeobachter - darunter drei Bundeswehrsoldaten sowie ein deutscher Übersetzer - wird jedoch weiter verhandelt. Deutschlands Aussenminister Frank-Walter Steinmeier verlangte von Russland, schnellstmöglich für die Freilassung aller Gefangenen zu sorgen.

Steinmeier nannte es abstossend, dass die Separatisten die Abgesandten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgeführt hatten. Das sei ein Verstoss gegen alle Regeln und verletze die Würde der Männer, erklärte Steinmeier.

Seit Freitag in Gewalt der Separatisten

Bei der Pressekonferenz hatte einer der vier deutschen Gefangenen versichert, sie seien nicht schlecht behandelt worden. Gleichzeitig wies er Vorwürfe der Separatisten zurück, die OSZE-Beobachter seien Spione. Die Europäer sind seit Freitag in der Gewalt der Aufständischen. Die Freilassung des schwedischen Offiziers beobachtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP am Gebäude der Stadtverwaltung in Slowjansk. Stella Choroschewa, eine Sprecherin der Separatisten, nannte «humanitäre Gründe», weil der Mann an Diabetes leidet.

Steinmeier und sein US-Kollege John Kerry hatten sich über das Wochenende um die Freilassung der Beobachter bemüht, jedoch zunächst vergeblich. Die Separatisten wollen sie gegen inhaftierte Gefolgsleute austauschen. Das russische Aussenministerium sagte lediglich zu, «alle Massnahmen zur Lösung der Situation» zu unternehmen.

Das OSZE-Team sollte Informationen über die Lage im Osten der Ukraine sammeln. Dort halten prorussische Kräfte in mindestens zehn Städten Polizeireviere und Regierungsgebäude besetzt, in einigen Regionen haben sie sich von der Zentralregierung in Kiew losgesagt.

Sanktionen gegen Putin-Vertraute

Am Sonntag stürmten mehrere Hundert prorussische Aktivisten ein Fernsehzentrum in Donezk und forderten die Einstellung der Programme in ukrainischer Sprache. Stattdessen sollten wieder die Programme des russischen Staatsfernsehens gesendet werden, die die Regierung in Kiew gestoppt hat, verlangte die Menschenmenge. Unter den Aktivisten waren auch mehrere Dutzend Männer in Flecktarn und Gesichtsmasken.

Der Westen vermutet Russland als Anstifter hinter den Aktivisten. Deshalb drohen die G7-Staaten mit weiteren Sanktionen gegen die Regierung in Moskau. Diese sollen Anfang der Woche bekanntgegeben werden und sich gegen Vertraute von Russlands Präsident Wladimir Putin richten, wie der stellvertretende US-Sicherheitsberater Tony Blinken am Sonntag dem Sender CNN sagte.

Die ukrainische Präsidentschaftskandidatin Julia Timoschenko hatte sich am Samstag in einem AP-Interview für einen Nato-Beitritt ihres Landes ausgesprochen. Dies sei nötig, um die Ukraine vor russischer Aggression zu schützen, sagte die ehemalige Ministerpräsidentin.

Früher habe nur eine Minderheit des ukrainischen Volks einen Beitritt zum westlichen Militärbündnis befürwortet, das aggressive Vorgehen Putins habe dies aber von Grund auf geändert. «Mit seinem Krieg gegen uns hat Putin die Mentalität der Ukrainer verändert und uns in eine andere strategische Richtung gewendet», sagte Timoschenko. «In diesem Fall ist die Nato die beste Wahl für die Ukraine.» Eine Nato-Mitgliedschaft gilt als rotes Tuch für Russland, das sich für eine neutrale Position des Nachbarlandes einsetzt.

AFP/sda/rub

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